Was denkt ein Fisch?
Eine Kanone knallt.
Dann springen Hunderte Menschen schreiend ins Wasser des Stadtbachs. Sie haben Kescher in der Hand, mit denen sie versuchen, Fische zu fangen.
Wenn das gelingt …
… wird der Jubel groß!
Manche der übermännlichen Männer rasten dermaßen aus, dass sie sich mit einem Flachköpper Abkühlung verschaffen. Andere klopfen sich gegenseitig wie echte Steinzeitmenschen auf die Brust, wenn sich endlich ein Fisch in ihrem Netz verfangen hat.
Das Wasser im Stadtbach wird schon nach kurzer Zeit trüb. Am Rand werden die Forellen in ausgedienten 10-Liter-Farbeimern gesammelt.
Wer am Ende die größte der vor Monaten hier eingesetzten Forellen fängt, kann sich dann „Fischerkönig“ schimpfen.
Seit Jahrhunderten wiederholt sich hier in Memmingen in Bayern dieses durchaus mittelalterliche Spektakel: Was schon lange nicht mehr zur Nahrungsversorgung dient, ist heute eine „Riesen Gaudi“ – „ein Fest, das Menschen zusammenbringt und die Geschichte unserer Stadt lebendig hält!“ – so liest sich der Flyer des Events.
Tausende kommen, um sich das Wettfischen der Männer – und seit 2021 auch Frauen – anzuschauen.
Und wer dann etwas genauer hinschaut, sieht auch an Dutzenden Stellen grausame Bilder: Man sieht Fische, die in viel zu kleinen Behältern nach Sauerstoff japsen, andere, die die Hetzjagd im Bach nicht lange überlebt haben, und wieder andere, die bei lebendigem Leibe ersticken, weil sie in überfüllten Eimern landen. Selbst Enten werden im Eifer des Wettfischens mitgekeschert. Wer König werden will, muss schließlich schnell sein.
Wieder so ein barbarisches Fest, das sich als „Tradition“ tarnt.

Woher kommt eigentlich … Fisch?
Vielleicht habt ihr schon mal eines dieser komischen „Stillleben“ von barocken Künstlern gesehen: Da liegen manchmal einfach so Fische neben einem Wasserkrug und Gemüse auf dem Tisch rum. Die Augen der Tiere noch offen und der Mund leicht geöffnet.
Denn paradoxerweise galt so ein toter Fisch als Symbol für das Leben oder Fruchtbarkeit. Oder denkt nur an den alten Jesus, der einfach mal tausende Fische reproduziert hat, um seine Leute zu versorgen.
Auch das griechische Wort „Ichthys“ (ἰχθύς) bedeutet Fisch und kann gleichzeitig als Glaubensbekenntnis „Jesus Christus, Gottes Sohn, Heiland“ dienen.
Der fette Goldring an der Hand des Papstes – genannt „Fischerring“ – wird nach dem Tod eines Pontifex mit einem silbernen Hammer zerschlagen und für jeden Papst neu eingeschmolzen. Der Amtsring ist ein Symbol für die „Menschenfischerei“, die die katholische Kirche praktiziert.
In Japan wurden seit etwa 1870 die riesigen Koi von Adeligen als Statussymbole gehalten.
„Findet Nemo“ hat fast eine Milliarde US-Dollar an den Kinokassen eingespielt und war damit einer der erfolgreichsten Animationsfilme aller Zeiten.
Und nach dem „Hot-Girl-Summer“ – also selbstbewusste Frauen mit Iced Coffee – und dem „Brat-Summer“ – schrille, freche Outfits – kam dann endlich der „Sardine-Girl-Summer“: alles rund um den Minifisch in der Dose.
Und trotz dieser ganzen, aufgeladenen Symbolik und Mystifizierung, werden jedes Jahr Milliarden Fische getötet für unseren Konsum – oder das Futter unseres Konsums –, aber dazu in der nächsten Folge noch mehr.
Hier beschränken wir uns darauf: Warum müssen Fische fühlen, wenn Menschen nichts fühlen?
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Fische fühlen …
An der Universität von Michigan haben 1968 zwei Forscher eine Entdeckung gemacht, die absolut bahnbrechend war: In der Studie „Reaktion der Nebennieren der Regenbogenforelle auf Stress“, die in der Fachzeitschrift „General and Comparative Endocrinology“ veröffentlicht wurde, haben sie gezeigt, dass Regenbogenforellen, die Chemikalien ausgesetzt wurden, einen erhöhten Cortisol-Spiegel hatten.
Cortisol ist ein Stresshormon, das bei vielen Tieren vorkommt und beispielsweise den Blutdruck reguliert.
Die Forscher damals haben mit ihrem (ethisch sicherlich fragwürdigen Experiment[i]) gezeigt, dass die Regenbogenforellen nicht nur die schädlichen Reize der Chemikalien bemerkt und gemieden haben, sondern sogar unter Stress litten.
Als kleines Beispiel: Wenn wir auf die heiße Herdplatte fassen, ziehen wir reflexartig die Hand zurück. Wenn jemand unsere Hand auf die Herdplatte drückt, fühlen wir Schmerzen und das Cortisol-Level steigt. Erst, wenn der Schmerz vorbei ist, sinkt das Stresshormon wieder.
Wir können also recht gut sagen: Schon spätestens seit 1968 ist klar, dass Fische leiden, wenn ihnen wehgetan wird.
Forschungen seit 2003[ii] haben sogar gezeigt, dass Fische Schmerz über sogenannte Nozizeptoren wahrnehmen können: Ähnlich wie bei uns Menschen, reagieren auch bei Fischen diese Nervenenden auf äußere Einflüsse. Und erzeugen im Nervensystem eine Art Aufschrei, der weitere Handlungen anstößt, um irgendwie dem Schmerzreiz, der den Nozizeptor triggert, zu entkommen.
Werden Fische gequält, reagieren sie nicht mit einer mechanischen Reaktion, sondern sie versuchen, den Schmerzen zu entgehen. Und sie leiden darunter, wenn sie der Pein nicht entkommen können.
Aber selbst das reicht für manche Forschende noch nicht aus, um Fischen das Recht der Unversehrtheit zuzugestehen:
„Ohne Zweifel sind Knochenfische aber mit einfachen Nozizeptoren ausgestattet, und sie zeigen selbstverständlich Reaktionen auf Verletzungen und sonstige Eingriffe. Ob diese jedoch als Schmerz wahrgenommen werden, ist nicht bekannt.“
Dieses Zitat stammt nicht etwa von einer Gruppe von Biologen, sondern ein Sozialökologe und Fischereiwissenschaftler, dessen Hobby das Angeln ist und dessen Forschungsgruppe an der HU Berlin …
„hilft, Gewässer naturnah zu erhalten, die Versorgung mit Fisch als Nahrungsmittel sicherzustellen, das Erholungserlebnis am Wasser beim Angeln zu verbessern und die Fischpopulationen zu schützen.“
Aber zum Glück gibt es auch noch andere Wissenschaftler, die sich für das Wohlergehen von Fischen interessieren:
Jonathan, der Fisch-Versteher
„Es gibt also immer mehr Material. In den letzten 30 oder 35 Jahren hat sich da einiges verändert.“
– Jonathan Balcombe im Interview.
Das ist Jonathan Balcombe. Er ist Ethologe, Autor und Speaker. In seinem Buch „What a Fish Knows“ (zu Deutsch: „Was Fische wissen“) geht er Mythen und Fragen über Fische auf den Grund, und enthüllt dabei die überraschenden Fähigkeiten der Meeresbewohner.
Ich betreue seit einigen Jahren seinen Newsletter, den ich euch nur ans Herz legen kann: Schaut dazu gerne auf jonathanbalcombe.com – einen Link findet ihr auch in den Shownotes.
Als Jonathan in seiner beruflichen Laufbahn anfing, genauer hinzuschauen, war die Welt noch eine andere: Ethische Bedenken waren eine Nebensache in der Forschung.
„Es war ein offenes Spielfeld, auf dem man machen konnte, was man wollte.“
– Jonathan Balcombe im Interview
Aber wie wir eben schon gehört haben, glauben selbst heute noch manche Forschende der Fischerei, dass Fische nicht so ganz richtig Schmerzen empfinden. Aber inzwischen gibt es zumindest grundlegende Leitplanken zur Nutzung von Tieren in Versuchen.
„Ich habe 1992 promoviert. Das war also vor 34 Jahren. […] Aber es war eine Art evolutionärer, persönlicher Entwicklungsprozess, der verschiedene Phasen durchlief. […] Und es ist eine sehr spannende Zeit, als Ökologe das Verhalten von Tieren zu erforschen, denn die Wissenschaft stellt sich mittlerweile Fragen darüber, was Tiere denken und welche Emotionen sie empfinden – und zwar nicht nur bei Wirbeltieren[…], was an sich schon großartig ist – sondern auch bei Wirbellosen wie Insekten und Tintenfischen, die derzeit sehr im Fokus stehen. Es ist also eine Zeit, in der die Wissenschaft Fragen stellt und Aspekte des Lebens von Tieren aufdeckt, von denen wir nie geahnt hätten, dass sie dazu fähig sind […]“
– Jonathan Balcombe im Interview
Delfine oder Wale kommunizieren untereinander, bei Stress streicheln sich Fische gegenseitig, Schützenfische können menschliche Gesichter erkennen, manche Fische in Korallenriffen nutzen ultraviolette Muster zur Tarnung und wieder andere Fische sind für ihre Schwarmintelligenz bekannt, die sogar Angreifer abschreckt.
Es gibt Fische, die Hilfsmittel benutzen, um an etwas zu gelangen. Oder Fische, die ganz gezielt die Schuppen, Parasiten und sogar den Mund von anderen Fischen sauber halten. Diesen kleinen Putzerfischen wurde in einer relativ frischen Studie sogar menschenähnliche Selbstwahrnehmung bescheinigt:
Im relativ harmlosen, sogenannten Spiegeltest, werden Tiere mit einem Punkt am Körper markiert – an einer Stelle, die sie selbst nicht gut einsehen können. Wird ein Spiegel mit ins Spiel gebracht, können manche Tiere den Punkt im Spiegel als den gleichen Fremdkörper an ihrem Körper identifizieren und versuchen, ihn abzukratzen.
Das haben Menschenaffen, Elstern und auch Schweine hinbekommen. Deshalb wird ihnen ein Ichbewusstsein zugeschrieben: Sie nehmen sich selbst als handlungsfähiges Individuum wahr und nicht als jemand anderen, der da gegenüber „im Spiegel“ steht.
Menschen können das übrigens erst ab dem fünfzehnten Lebensmonat.
Und auch die kleinen Putzerfische haben den Punkt im Spiegelbild erkannt und schneller abgestoßen, als viele andere Tiere.
Aber noch interessanter: Sie haben sozusagen mit dem Spiegelbild gespielt. Sie haben Futter vom Boden aufgehoben, nach oben gebracht und dann dessen Bewegung beim Herabfallen im Spiegel verfolgt. Das ist für die meisten Biolog:innen ein eindeutiges Zeichen für komplexes Selbstbewusstsein.
Auch diese kleinen, spuckenden Fische haben eine ganz ungeahnte Fähigkeit:
„Es gibt Studien, die zeigen, dass sie unsere Gesichter erkennen.
– Jonathan Balcombe im Interview
Es gibt also unzählige Beweise, Studien und Forschungen dazu, dass Meerestiere mehr können, als wir ihnen zugestehen.
Sogar Garnelen haben in Versuchen bewiesen, dass sie wahrscheinlich schmerzähnliche, angstähnliche und stressbedingte negative Zustände empfinden. Ob beziehungsweise wie sehr sie umfassendere Emotionen wie Freude, Vergnügen oder komplexes Leiden empfinden, ist noch nicht endgültig bewiesen[iii] – trotzdem sollte das Schmerzempfinden alleine schon ausreichen, um sie zumindest als schutzbedürftig einzustufen.
Aber laut EU-Recht gilt:
„Krebstiere fallen nicht in den Anwendungsbereich der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009, das Aufbewahren von diesen Tieren unterliegt auch keinen sonstigen Vorgaben im Tierschutzrecht der EU.“
Andere Beiträge:
Die Begegnung mit einem Fisch
Jonathan ist nicht nur ein wundervoller Mensch, und ein alter Hase im „Wissenschaftsgame“ – er hat auch einiges erlebt, das ihn selbst heute noch erstaunt.
Allen voran ist Jonathan aber ein bekennender Natur- und Tierliebhaber. Er hat mir sogar von seiner kleinen Liebesaffäre mit einem kleinen Fisch in Florida erzählt:
„Ich hatte tatsächlich eine ganz, ganz kurze Liebesbeziehung mit diesem Fisch in Florida, als in der Nähe meines Zuhauses am Strand schnorchelte. […] Eines Tages war ich im flachen Wasser, und dieser kleine grüne Fisch, vielleicht zwei, drei Zentimeter groß, tauchte plötzlich direkt vor meinem Mund auf, ganz in meiner Nähe. Und ich schaute den Fisch an. […] na ja, ich bin nun mal ein Mensch, also habe ich Kontakt aufgenommen und habe „Hallo“ gesagt und bin davongeschwommen. […] Und dann, eine Minute später, tauchte der Fisch wieder direkt vor meiner Tauchmaske auf. Lange Rede, kurzer Sinn: In den nächsten etwa 25 Minuten, bis ich aus dem Wasser kam, schwamm er mir immer wieder hinterher. Er musste sehr, sehr schnell schwimmen, um mit mir Schritt zu halten. Aber er war immer an meiner Seite und kam immer wieder zu mir zurück. Jetzt könnte man sagen, dass der Fisch auf Nummer sicher gehen wollte und mich als Schutzschild nutzte, um Raubtiere abzuschrecken. Und naja, selbst wenn das der Fall wäre – was ich bezweifle –, wäre das ziemlich schlau von diesem kleinen Fisch. Das zeugt von Einfallsreichtum und Mut.“ – Jonathan Balcombe im Interview.
Eine kleine Begegnung unter Wasser, die für beide die Welt veränderte.
„[…] Ich hatte eigentlich ein schlechtes Gewissen, als ich endlich aus dem Wasser kam – weil ich schon fast zu einer Rosine geworden war und es wurde Zeit, wieder an Land zu gehen, wo ich lebe. Und ich verabschiedete mich von diesem kleinen Fisch. Ich habe den Fisch nie wieder gesehen. Aber wissen Sie, im Laufe dieser 25 Minuten hatte ich eine gewisse Zuneigung zu diesem Fisch entwickelt.“ – Jonathan Balcombe im Interview
Jonathan erzählt mir auch von Cristina Zenato, eine Profitaucherin, die eine besondere Beziehung zu karibischen Riffhaien aufgebaut hat: Viele erkennen sie wieder und nähern sich ihr, um sich von ihr streicheln zu lassen. Cristina nutzt diese Verbindung, um Angelhaken aus den Mäulern der Haie zu entfernen und gleichzeitig die Öffentlichkeit über die Notlage der Haie und der Ozeane aufzuklären.
Es gibt auch die herzergreifende Dokumentation über einen Taucher, der eine Freundschaft zu einem wilden Oktopus aufbaut: Über Monate hinweg entdecken sie sich immer wieder gegenseitig und lernen sich kennen. Sie bauen eine ganz eigene Bindung zueinander auf, spielten sogar miteinander.
„Wenn man über Monate hinweg das Vertrauen eines Tieres gewinnt, wird es einen tatsächlich bis zu einem gewissen Grad ignorieren, sein normales Leben weiterführen und einem erlauben, in seine geheime Welt einzutreten. Der Oktopus zeigte mir viele Verhaltensweisen, die der Wissenschaft völlig unbekannt waren, weil dieses Tier mir vertraute. […] Die Menschen haben irgendwie vergessen, dass die Artenvielfalt der Natur unser Lebenserhaltungssystem ist.“ – Der Regiesseur des Films „My Octopus Teacher“ und Freediver Craig Foster.
Was bei all diesen Begegnungen und Beziehungen von Mensch und Meerestier ganz schnell klar wird: Diese Tiere haben alle eine eigene Persönlichkeit; sie sind Individuen und haben ein komplexes, inneres Leben.
Ob Meerestiere genauso wie wir Menschen fühlen? – fraglich. Ob das vollkommen unwichtig ist, um Meerestiere vor der Ausbeutung durch uns zu schützen? – Absolut.
„Und es ist so leicht zu vergessen – und doch so wichtig, nicht zu vergessen –, dass es sich hierbei um eigenständige, einzigartige Individuen handelt. Jeder hat ein Leben. Jeder hat eine eigene Lebensgeschichte. Sie sind nicht alle gleich. Keine zwei Hühner sind gleich, keine zwei Sandkörner sind gleich.
Aber ein Huhn und ein Fisch sind keine Sandkörner. Es sind fühlende Wesen, die Emotionen haben. Sie können gute und schlechte Tage haben, auch wenn die meisten von ihnen – wenn sie in Gefangenschaft oder in der Massentierhaltung leben – schlechte Tage haben. Zumindest Wildtiere genießen Freiheit, bevor sie gefangen werden.“ – Jonathan Balcombe im Interview
Angeln als „Trend“
Dieses Geräusch kennen vermutlich die meisten: Eine Angel wird ausgeworfen und der Köder fliegt über die Wasseroberfläche.
Dann dauert es meist eine ganze Weile: Der Fisch muss den Köder schlucken – was nichts anderes heißt, als dass der spitze Angelhaken sich im Maul des Tiers verbeißt. Dank Widerhaken kommt kein Tier so einfach wieder los.
Die Fische, die einen solchen Haken im Maul haben, versuchen wegzuschwimmen, kämpfen dagegen an. Aber die meisten verlieren den Kampf.
Obwohl diese Beschreibung eines 0815-Angelausflugs alles andere als idyllisch klingt, hat Angeln heute ein makelloses Image. Wer als Frau* bei Tinder und Co. swiped, hat recht schnell einen richtigen Kerl mit Fisch in den Armen auf dem Display. Ein Symbol für echte Provider-Mentality.
Aber auch Angel-Influencer schaffen Millionen Aufrufe mit ihrem Content, der irgendwo im Nebel von Naturromantik, Abenteuer und Männlichkeit wabert.
Sogar der liebe Materia oder Marsimoto hat einen Account, der nur übers Angeln geht – mit knapp 50.000 Followern. Macht ihm richtig Spaß, die Route rauszuholen. *reusper*
Das war der Angel-Influencer Dustin Schoene, der seine Freundin, das „Germany Next Topmodel“ Lena Gercke, fragt, was so spannend toll beim Angeln sein soll.
Komischerweise kommen die Tiere – also Fische – in solchen Spots nie vor, hm…
Auch diese 14-Jährige strahlt von einer Backe zur anderen, weil sie einen Fisch aus einem Anglerteich gezogen hat:
Ähnlich wie beim Jagen, geht es den jungen Menschen vor allem um ein Naturerlebnis:
endlich wieder Gras – eh, wasser – anfassen oder so.
Wieso sind wir noch immer so borniert als Menschen, wenn es um die Tiere unter Wasser geht? Haben wir Angst, weil wir im Gegensatz zu ihnen nicht unter Wasser atmen können? Sind es die Flossen?
Jonathan dazu:
„Wir haben zwar Fortschritte dabei gemacht, zu verstehen und genauer zu untersuchen, wozu Fische fähig sind, aber unsere Sichtweise auf Fische ist immer noch sehr primitiv. Es ist so weit verbreitet, dass die Menschen glauben, es sei in Ordnung, sie mit Haken zu fangen, und dass sie keinen Schmerz empfinden und daher nicht leiden. Und man sieht Werbung für Seniorenresidenzen oder ein Hotel in den Tropen, und dort wird das Angeln als Mittel eingesetzt, um das Angebot attraktiv zu machen. Das Angeln hat also immer noch dieses Image. Dieses positive Image, dass es Spaß macht. Dass es harmlos ist. Dass es Vergnügen bereitet.“ – Interview mit Jonathan Balcombe
Aber bevor die Angel-Influencer das wahr- und ernstnehmen, fahren sie lieber zum „Sportfischen“ ins Ausland. Da kann man dann auch ohne nerviges Tierschutzgesetz einfach zum Spaß angeln und die Fische danach meist halb-tot wieder ins Wasser werfen.
Und irgendwo dazwischen liegen Medien, die Fische noch immer nicht als Individuen wahrnehmen. Wie eine arte-Doku über den „Trendsport Angeln“, die Angelwerbung samt sterbenden, japsenden Fischen einfach unkommentiert stehen lässt:
„Das Highlight des Jahres: Der Angelwettbewerb ‚La Salmo Trek‘. […] Jetzt müssen wir ihn messen. Forellen, Angeln in den Bergen und Gemeinschaft. Dieses Jahr geben wir alles, um aufs Podium zu kommen. Drei Tage werden sie unter Zeitdruck von Bergsee zu Bergsee laufen und mit 80 anderen Teams um die Wette fischen.“ – arte :re Beitrag „Trendsport Angeln“
Und dann haben sie einen Fisch gefangen, keschern den japsenden Fisch aus dem Wasser, messen ihn japsend und posieren für ein kleines Insta-Foto mit dem japsenden Fisch. Dann werfen sie den japsenden Fisch wieder ins Wasser.
Daneben steht ein ganzes Kamerateam, das eigentlich wissen könnten, dass das sogenannte „Catch and Release“ zumindest in Deutschland – dem Land der Co-Produktion dieses Beitrags – nach dem Tierschutzgesetz verboten ist.
Und was tun das arte-Kamerateam? Sie filmen weiter und schweigen. Während dieses gesamten Wettkampfs schweigen sie einfach.
Aber zurück zum Wettfischen, was ja in Deutschland nicht erlaubt ist – ihr wisst schon, wegen dem Tierschutzgesetz: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund“ etwas antun. Oder gilt das in Bayern nicht?
Menschen spüren nicht, dass Fische fühlen …
Wenn wir an den gestrandeten Wal an der Ostseeküste denken, der gefühlt alle Klapphüllen-Besitzer:innen Deutschlands auf die Barrikaden brachte, dann wundert uns nicht, warum Menschen Verbindungen zu Meeresbewohnern aufnehmen. Was uns wundert, ist eher, warum Fische und Co. zu Abermillionen in Netzen und an Anglerhaken landen.
Und es gibt ein traditionsreiches Volksfest in der bayerischen Stadt Memmingen, bei dem alle Leinen los sind: ein mittelalterliches Spektakel – so steht’s auch bei Wikipedia – das zehntausende Menschen anlockt. Und am Ende wird der „Fischerkönig“ gekrönt.
Fischertag Memmingen: Wikipedia als Touristenbroschüre
„Das älteste Fest, das den Bürger mit einbezieht in die Freude des Feierns, ist der Memminger Fischertag. Und wie es typisch ist für den rationell denkenden Schwaben, ist es ein Fest, das einen Zweck mit feiernder Fröhlichkeit vereint.” – Fischertagsverein
Der Sinn? – Der Bach, der sich durch die Stadt windet und der weder Abwasser, noch Trinkwasser führt – soll einmal im Jahr gereinigt werden. Und natürlich wollen die tierlieben Memminger die Forellen, die hier schwimmen, nicht vergraulen. Sondern sie fangen sie in einer Art Wettkampf und töten sie.
Jährlich kommen zu diesem antiquierten Brauchtum einige zehntausend Menschen zu Besuch, um unzählige Fische zu töten oder dabei zuzuschauen, wie es andere vermeintliche Fischer mit Hut tun.
Wer innerhalb von 30 Minuten die schwerste Forelle fängt, erhält den Titel des „Fischerkönigs“ … oder „Fischerkönigin“.
Denn erst seit 2021 und nach einem langen Gerichtsverfahren, dürfen auch endlich Frauen mit in den Bach springen und Fische mitfangen. Richtig fortschrittlich klingt die ganze Sache aber immer noch nicht.
In seinem Urteil von 2021 stellte das Landgericht Memmingen fest, dass das Fischerfest nicht mehr nur eine Tradition sei, sondern eine Spaßveranstaltung für über tausend „Fischer:innen“:
„Während im Mittelalter die Reinigung des Stadtbachs den Hintergrund des Ausfischens darstellte, stehen heute der Traditionsgedanke sowie der Spaßfaktor gleichermaßen nebeneinander.“ – Urteilsbegründung Landgericht Memmingen, 28.07.2021
Dass Tiere aus Spaß jagen und töten, so ganz und gar nicht tierschutzkonform ist, ist leider in Memmingen noch nicht angekommen.
Die Tierschutzorganisation PETA erstattete schon in den vergangenen Jahren Anzeige gegen den Veranstalter, den Fischertagsverein: unsachgemäße Tötungen, keine Betäubung, nicht ausreichend Wasser für die gefangenen Fische. Wie PETA sagt:
„An diesem Tag ist alles erlaubt, was nur noch peinlich und barbarisch ist!” – PETA in einer Pressemitteilung
Aber bisher hält sich der Glaube, dass diese sehr eigensinnige „Reinigung des Baches“ eine hochgelebte „Traditionsveranstaltung“ sei. Sogar als immaterielles Kulturerbe wurde es von den Bayern aufgenommen. Das hat natürlich nichts mit dem immateriellen Kulturerbe der UNESCO zu tun, denn die würde ein Wettfischen niemals als Kulturerbe bezeichnen – die Bayern machen eben ihr eigenes Ding.
PETA hat sogar angeboten, das Fest mit 125.000 € zu sponsern, wenn es künftig ohne Forellenjagd auskommt. Aber wie die Memminger selbst sagen:
„[Passantin] Der Fischertag ist ein Heimatfest mit viel Tradition und da gehört’s einfach dazu, dass man die Fische rausnimmt und auch schlachtet nimmt und isst.
[Passant 1] Es ist gut, dass man über Alternativen nachdenkt, aber ich glaube, da zieht man sich den Zaun vieler Aufsicht, die da eben dieses Brauchtum auch leben.
[Passant 2] Die tun ja Fische aus dem Bach rausziehen und warum sollte es vegan sein? Was soll man dann- verstehe ich nicht, wie das aussehen soll, wie so ein Tag vegan gestaltet werden soll.“ – aus einem Sat1-Bericht von 2025
Undercover-Aufnahmen
Auch der Verein „Captain Paul Watson Foundation Germany“, kurz CPWF, hat 2025 gegen den Fischertag in Memmingen protestiert. Gleichzeitig haben sie wieder jede Menge Beweise gesichert, dass dieser Tag ein Leidensspektakel für die Forellen im Bach der Stadt sind:
Um Punkt acht knallt ein Kanonenschuss und Hunderte springen ins Wasser des Stadtbachs.
Die Forellen peitschen in vollkommenem Ausnahmezustand durchs Wasser. Die Menschen schreien und rufen, während sie durch das Wasser hasten.
Die Kerle feiern sich selbst, wenn sie etwas gefangen haben. Manche machen einen Flachköpper in das knietiefe Wasser, weil sie sich so dolle freuen. Richtig heroische Momente…
Obwohl selbst der Vorsitzende auf der großen Bühne zugibt, dass die Fische, die da gefangen wurden, vom Verein in den Bach gesetzt wurden.
„Dieses Jahr haben wir einen Zentner Regenbogenforellen eingesetzt und ein paar sind dabei, die sind ganz schön groß geworden.“ – Originalaufnahmen Captain Paul Watson Foundation
In den Keschern verfangen sich die Fische schnell. Der erste Jubel. Eine große Forelle. Das Netz wird dann von Helfern am Rand des Bachs übernommen. Es dauert meist lange, bis die Helfer die Forellen aus dem Netz entwirren können und der Fisch in einem bereitgestellten Kübel mit Bachwasser landet.
Die meisten dieser Behälter sind nur ausgediente 10-Liter-Farbeimer – „Alpina Weiß“ hat wohl in Memmingen ein gutes Geschäft gemacht.
Teilweise sind die Eimer viel zu klein; die Forellen passen gerade so rein; oder die Eimer werden mit viel zu vielen Tieren überfüllt. Die Fische japsen nach dem wenigen Sauerstoff, der noch im Wasser ist.
Laut der „Touristen-Broschüre“ bei Wikipedia – so nennt ein Kommentator den Inhalt – alles gelogen, den Fischen geht’s nämlich gut!
Im Eifer der Forellenjagd, hat sich sogar eine Ente mit den Fischen in einem Kescher verfangen. Es dauert eine halbe Ewigkeit, die Fische und die Ente zu befreien. Auch wieder nur ein kleiner Hiccup bei diesem Event. So denkt man zumindest, wenn man den Redner an einer der Fischwaagen hört:
„Der Tierschutz ist bei uns ganz wichtig. Waidgerechter Umgang mit den Fischen. Darum haben wir einen ganzen Tag Bachaufsichten verteilt.“ – Originalaufnahmen Captain Paul Watson Foundation
Die gesammelten Fische, die teilweise japsend im wenigen Wasser der Behälter liegen, sollen zu einem der sogenannten „Versorgungszelte“ gebracht werden, in denen sie dann waidgerecht betäubt und getötet werden.
Alles auch von Securitys bewacht, damit niemand sieht, was in dem Zelt so passiert – oder wie viele Fische vielleicht schon vorher qualvoll verendet sind.
Die Menschen mit ihren Eimerchen und den vermutlich noch japsenden Fischen, stehen in einer Schlange vor dem Zelt. Es geht wohl leider nicht so schnell, fühlende Lebewesen zu töten, wie sich die Memminger das so gedacht haben.
Natürlich gibt es auch die Leute, die eher weniger Lust auf Schlangestehen haben: Am Rand des Baches schlagen sie mit Knüppeln auf die Fische, in der Hoffnung, dass sie dadurch bewusstlos werden. Danach kippen sie das Wasser aus den Eimern und werfen die Fische zurück – ohne Wasser.
Ich hab mir das ganze Material der Captain Paul Watson Foundation angeschaut und mich immer wieder dabei ertappt, wie ich den Kopf geschüttelt habe: Eine ganze Stadt findet sich damit ab, was da an diesem Julitag passiert. Ein Verein mit über 4000 Mitgliedern, die alle Beiträge zahlen, damit dieses „Festchen des Grauens“ reibungslos ablaufen kann. Samt Blasmusik und Siegerehrung.
Aber wie ein Redner während des Wiegens der noch lebenden Forellen sagt:
„Wir passen da unwahrscheinlich auf die Fischer auf, dass die nicht den Ruf des Vereins schädigen.“ – Originalaufnahmen Captain Paul Watson Foundation
Ja, okay.
Der ganze Tag ist natürlich auch von Alkohol geprägt: Viele der Teilnehmenden springen schon mit Standgas ins Wasser zur Fischjagd. Auch die „Abstecher“ im „Versorgungszelt“ halten ihre Laune mit Bier oben. Wer könnte es ihnen verdenken?
Nach diesem ganzen Spektakel – der Jagd auf die Forellen im Stadtbach – sieht das Bächlein einfach nur noch traurig und braun aus. Keine Fische mehr zu erkennen.
Nach den Aufnahmen hat die Organisation gemeinsam mit PETA erneut Strafanzeige gestellt. Doch wie wir es inzwischen kennen: Keine dieser Anzeigen hat gefruchtet.
Dabei ist und bleibt es für die Tierschützer von CPWF ganz klar:
„Wettfischen ist illegal in Deutschland. Und sollte der Memminger Fischertagsverein unseren Forderungen nicht nachkommen, haben wir angekündigt, im Jahre 2026 das Leben unserer Klienten zu verteidigen.“ – Tom Strerath von der CPWF Deutschland
Verboten oder nicht: Dieses ganze Prozedere am „Fischertag“ in Memmingen wirkt wie ein mittelalterliches Spektakel. Es ist auch ein Sinnbild dafür, wie sehr sich Menschen – größtenteils Männer – danach sehnen, eine Übermachtphantasie ausleben zu können.
Fische, die von Hunderten Menschen gejagt und letztlich getötet werden.
„Wahrlich ist der Mensch der König aller Tiere, denn seine Grausamkeit übertrifft die ihrige.“ – Leonardo da Vinci
Reflexion & Transfer
Eine Statue für Torero
Man hat ihnen Statuen gewidmet, und über Jahrhunderte ihre „Tradition“ hochgehalten. Man stritt immer wieder mit den Landesherrschern: Mal wurde das Spektakel verboten, mal wieder erlaubt. Riesige Stadien wurden gebaut, um ihren ungleich en Wettkampf auszuleben – über vierhundert solcher Orte wurden bis heute gebaut. Und die Veranstalter machen noch immer ein riesiges Geschäft.
Aber immer mehr Menschen scheinen kein Interesse daran zu haben, was ihre Eltern noch als identitätsstiftend erachtet haben. Nur noch wenige sehen einen Sinn in der barbarischen Tierquälerei, die andere mal als „Sport“, mal als „Kulturgut ersten Ranges“ hochstilisiert.
Kaum ein Torero oder Matador wird im Ausland als Star gehandelt – eher im Gegenteil.
Ach so: Ich rede hier gerade vom Stierkampf.
Denn die Welt schaut mit Unverständnis auf die spanischen Toreros, die noch immer Stiere in einer Arena bekämpfen und ihnen Spieße mit Widerhaken in den Leib jagen.
Zwar versuchen Lobbyverbände, Gewerkschaften der Toreros und rückwärtsgewandte Politiker:innen immer wieder, den Stierkampf ins positive Licht zu rücken – manchmal auch mit Manipulation.
Aber die Realität sieht anders aus: Immer weniger Veranstaltungen, das Staatsfernsehen überträgt die Kämpfe nicht mehr und sowieso ist das Männlichkeitsbild eines Toreros eher un-woke.
Stiefkämpfe sind schon lange nicht mehr das, was Spanien, Portugal oder Südfrankreich ausmacht. Die bunten Tücher, die farbenfrohe Robe der Toreros und die teilweise frenetische, aggressive Atmosphäre – alles Spektakel, das fast genauso im Fußball wiederzufinden ist – aber eben ohne grausames Blutvergießen.
Und wir können nur hoffen, dass die Welt ganz bald auf die verschrobene Vorstellung von „Tradition“ in Memmingen schaut. Ich wette, ihr Memminger findet eine Menge Tierfreunde, die euch helfen, den Stadtbach sauber zu halten.
Der Spielmannszug und die ulkigen Kostümierungen könnt ihr ja behalten – aber es geht sicher auch ohne diese wilde Tierjagd im Bach.
Abschluss
Auch ich habe viel Scheiße in meinem Leben gebaut. Wenn man dazugehören will, vergisst man als Jugendlicher oft, was das wirklich bedeutet.
Auch ich bin als pubertierender Junge mit einem Familienfreund zum Angeln auf seinem Boot mitgefahren. Ich wusste gar nicht richtig, was ich da jetzt tun sollte. Aber mir wurde das natürlich gezeigt: Ein lebendiger Wurm auf den Haken gespießt *puh* Und dann mit voller Kraft die Leine ins Wasser geworfen.
Schon nach ein paar Versuchen zog tatsächlich etwas an der Angelleine. Ich angelte.
Der Freund, dem das Boot gehörte, übernahm das Auswaiden: ein Schlag gegen die Bootskante und ein Schnitt mit dem Taschenmesser.
Ich kann mich nicht mehr an alle meine Gefühle von damals erinnern – das ist immerhin schon fast ein Vierteljahrhundert her. Aber als ich dann vor dem Grill stand und diese tote, kleine Forelle entschuppen sollte, wurde mir plötzlich ganz komisch.
Das hatte ich zu verantworten? Nur wegen des kurzen Thrills, dieses Zucken an der Leine zu spüren?
Als ich das Material dieses „Volksfests“ in Memmingen so anschaue, frage ich mich, ob die Menschen, die hier umhertoben, nicht auch mal so einen Moment haben. Einen Moment, in dem sie diesen Fischen in die Augen sehen und sich denken:
„Muss das sein?! Muss ich als Mensch diesen Tieren das antun?“
In Memmingen und anderswo wird weiter gefischt. Auch Materia oder Dustin werden weiter mit ihren Riesenfängen prahlen.
Weil wir als Menschen unsere Übermachtphantasie nicht kontrollieren wollen. Weil „Tradition“ eben manchmal auch Grausamkeiten bedeutet. Weil wir Fische noch immer viel zu selten ernst nehmen.
Aber während in Memmingen einige hundert Forellen gefischt werden, sind es auf hoher See Meerestiere im Wert von über 180 Milliarden Dollar. Und wir bekommen davon fast nichts mit.
Lachse, die von Parasiten bei lebendigem Leib angefressen werden; Haie, die als Beifang tot zurück ins Meer geschubst werden; und ein Siegel, das schon lange mehr verspricht, als es je einhalten kann.
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Intro-Musik von: Manuel Rathje
Viele Quellen und das Transkript findet ihr auf www.dreckige-Pfoten.de
Für diesen Podcast wurden Stimmen teilweise mithilfe von KI € erstellt.
Quellen & Hintergründe
[1] Cortisol muss über das Blut gemessen werden, was bedeutet, dass den Tieren mehrmals Blut abgenommen werden muss; inzwischen gibt es aber auch weniger invasive Methoden: https://fischwissen.ch/de/bibliothek/stressmessung-mittels-wasserproben
[1] Sneddon, Braithwaite & Gentle, Proceedings of the Royal Society B: “Do fishes have nociceptors?”
[1] Eine erste Metaanalyse deutet jedoch darauf hin, dass: „Zwar wird über die Empfindungsfähigkeit dieser Zehnfußkrebs-Taxa noch diskutiert, doch zeigen die bislang an verschiedenen Arten durchgeführten Verhaltenstests, dass sie in unterschiedlichen Kontexten Präferenzen zeigen, individuelle Unterschiede aufweisen, die auf eine Persönlichkeit hindeuten, über kognitive Fähigkeiten verfügen und Verhaltensindikatoren aufweisen, die mit negativen affektiven Zuständen übereinstimmen.“ – „A review of behavioral testing in decapod shrimp (Caridea) and prawns (Dendrobranchiata) with applications for welfare assessment in aquaculture“ von Dana L. M. Campbell und Caroline Lee, 2025
https://peerj.com/articles/18883/
[1] Gegen Materia / Marten / Marsimoto wurden 2023 Gewaltvorwürfe in den USA erhoben. Seiner Karriere hat das aber bisher keinen Abbruch gemacht.
[1] In der Untersuchung „Stierkampf in Spanien: Männlichkeit zwischen Inszenierung und Alltag; psychologischer Verständnisversuch eines Rituals“ von Vera Kattermann wird besonders hervorgehoben, dass der Stierkampf eine Reflexionsmöglichkeit für die Zuschauenden gibt und gleichzeitig Ventil für Angst und Aggressivität ist.
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/M4OSL42GFOIW2NP3MQHCECJJKAROQYMG
Der Newsletter des Ethologen und Autors Jonathan Balcombe: https://www.jonathanbalcombe.com/newsletter/
FAO: „The State of World Fisheries and Aquaculture”: https://openknowledge.fao.org/items/da88cb90-9c91-4f70-9331-68fe71c91ddc
Delfin aus Ringwaden-Netz gerettet: https://www.morski.hr/video-herojski-cin-ribar-skocio-u-mrezu-kako-bi-golim-rukama-spasio-zapetljanog-dupina/
Foodwatch über Thunfisch und MSC: https://www.foodwatch.org/fileadmin/-DE/Themen/Tierhaltung/Dokumente/Thunfisch.pdf
Sehr interessantes Video über die Putzerfische und das generelle „Self-Awareness“ in anderen Tieren: Anton Petrov auf YouTube: „First Scientific Confirmation of Conciousness in a Tiny Fish“
https://www.youtube.com/watch?v=Drbl5udwk9I
Geschichten
Nicht »noch ein Laber-Podcast« – sondern eindringliche Geschichten, mit Haltung und Herz über die grausamste Industrie unserer Zeit.






