Reale Kriminalfälle, über die niemand spricht
In Deutschland leben rund 20,9 Millionen Schweine. Das sind mehr Individuen als in Mexiko-City, einer der größten Städte der Welt. Und jeden Tag werden an diesen Tieren Gesetze gebrochen – ohne Konsequenzen.
Tierschutzverstöße in der sogenannten Nutztierhaltung werden selten angezeigt, noch seltener verfolgt und fast nie bestraft. Das ist kein Versehen. Das ist System.
Behörden, die wegschauen
Als Tierrechtsorganisationen 2026 Aufnahmen aus einer Schweinemastanlage veröffentlichten, war klar: Hier wird Tieren systematisch Wasser vorenthalten. Die Reaktion des zuständigen Landkreises?
„Die Behörde kontrolliert nicht in der Nacht. Deshalb liegen hier keine Informationen vor.“
– Pressesprecher des Landkreises Wittenberg
Statt die Zustände zu untersuchen, wurde nur kritisiert, dass die Aufnahmen „sehr wahrscheinlich auf unbefugten Betretungen“ basieren. Der schwarze Peter wird weitergereicht – von den Verursacher:innen zu den Aufklärer:innen.
Veterinärämter sind chronisch unterbesetzt. Kontrollen finden sporadisch statt, oft mit Vorankündigung. Amtstierärzt:innen wurden auf Aufnahmen dabei gefilmt, wie sie Kaffee trinken, nur von der Tür in große Ställe schauen – oder an Kadavern vorbeigehen.
Wenn Gerichtsurteile ignoriert werden
2019 urteilte das Verwaltungsgericht: Die Schweinemastanlage in Gerbisbach hätte nie genehmigt werden dürfen. 2023 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht: rechtswidrig. Und 2026? Die Anlage steht noch immer. Die Tiere leiden weiter.
Wie kann das sein? Weil sich niemand zuständig fühlt.
„Es gibt dieses Urteil. Aber wir als Stadt sind nicht diejenigen, die es umsetzen müssen.“
Rechtswidrig, aber egal.
Die Verbrechen hinter verschlossenen Türen
Was Tierrechtsorganisationen immer wieder dokumentieren: Schweine, die sich gegenseitig anfressen. Tiere mit offenen Wunden, die nicht mehr laufen können. Schweine, die unter Höllenqualen „betäubt“ werden. Hühner in Käfigbatterien. Rinder, die in ihren eigenen Exkrementen stehen. Das alles passiert nicht in fernen Ländern – sondern in deutschen Ställen, jeden Tag.
Und während die Täter:innen selten vor Gericht stehen, werden die Menschen verklagt, die diese Zustände öffentlich machen.
dreckige Pfoten gibt diesen Geschichten eine Stimme. Investigativ recherchiert. Mit den Erfahrungen von Menschen, die das Grauen mit eigenen Augen gesehen haben.
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