dreckige Pfoten - Episode 01 - Blackbox Schlachthof

blackbox schlachthof 01

Trügerische Idylle „Tierwohl Schlachthof“

Ein „Tierwohl“-Schlachthof im Norden. Hier gibt es Hochglanzwerbung nach außen – und schreckliche Undercover-Aufnahmen nach innen: Anna und Hendrik zeigen, wie Schweine bei der CO2-Betäubung schreien, kämpfen und um Luft ringen.​

Diese Folge öffnet die Tür in die Blackbox Schlachthof. Sie erklärt, wie aus einem Tier, einem Lebewesen ein Stück Fleisch wird – und warum zwei Tierschützer für ihre Aufnahmen von Tierquälerei vor Gericht landen.

Intro

Plötzlich blitzt Blaulicht durch die schmalen Fenster. Anna und Hendrik erstarren für einen Moment. Doch mitten in der „Todesstraße“ eines Schlachthofs müssen die Aktivisti schnell handeln: Beide Fluchtrichtungen sind abgeschnitten. Die Polizei kreist mit quietschenden Reifen über den Hof.

Dann geht es schnell: raus aus der Tür zur Straße. In ein kleines Gebüsch, das wie die Rettung aussieht. Aber schon kurz darauf ruft eine aufgeregte Stimme:

 „Halt! Polizei!“

 „Kommen Sie mit erhobenen Händen raus!“

Die Aktivisti müssen vor der Polizei knien und haben die Arme hinter dem Kopf. Der Regen prasselt ihnen ins Gesicht. Die Beamten haben die Hände an den Waffen. Sie vermuten wohl üble Gewalttäter – dabei waren Anna und Hendrik nur hier, um Grausamkeiten wortwörtlich ans Licht zu bringen.

Von hinten drängelt sich einer der Mitarbeiter des Schlachthofs durch. Er will sich wohl genau anschauen, wer da geschnappt wurde. Aber die Polizei schiebt ihn höflich und bestimmt zur Seite.

Es ist vorbei. Gefasst. Alle Arbeit umsonst.

– oder?

dreckige pfoten

1. Aktivisti vor Gericht

Die Welt der Werbung hat uns einen ziemlichen Bärendienst erwiesen:

Manche Stadtkinder denken noch immer, dass Kühe lila sind, bei der Herstellung von Bärchenwurst keinem Tier wehgetan wird und alle Schweine, Hühner und Rinder bis zu ihrem Ende ein ganz wundervolles Leben haben.

Dabei sieht die Wahrheit ganz schön anders aus: Die zahlreichen Tierschutzverstöße der letzten Jahre zeigen das leider immer wieder. Und bei überforderten Behörden und gebeutelten Landwirt:innen scheint die Flut an grausamen Aufdeckungen aus Tierställen auch nicht so recht aufzuhören.

1.1 Aktivisti vor Gericht

Wegen einer solchen Aufdeckung stehen zwei Aktivisti im Juni 2025 vor Gericht: Sie haben heimlich Aufnahmen im Inneren eines Schlachthofs gemacht.

Es sind Bilder, die zeigen, wie Schweine scheinbar in den letzten Momenten ihres Lebens immense Schmerzen erleiden. Dutzende Tiere schreien, strampeln, kämpfen.

Ich kenne Anna und Hendrik schon lange und habe auch die Bilder aus der sogenannten „CO₂-Gondel“ gesehen: Das ist selbst für mich als Cutter, mit tausenden Stunden schrecklichen Tierleids im Gehirn, ein Anblick, der mich noch lange verfolgt.

Wir stehen mit einem Streitwert von 140.000 € vor Gericht. Der Schlachthofsbetreiber, Herr [PIEP], der immer so tut, als wäre er der Gute, verklagt uns jetzt wirklich. Zwei Privatpersonen für die grausame CO₂-Schlachtung von Schweinen in seinem Schlachthaus aufgedeckt haben. […] Er will vertuschen, was die Öffentlichkeit sehen will, und uns zum Schweigen bringen.

– Anna & Hendrik in ihrem Statement via @schlachthofprozess.
Nun wurden Anna und Hendrik vom Landgericht zur Unterlassung verurteilt. Außerdem hat das Gericht festgestellt, dass sie dem Schlachthofbetreiber grundsätzlich Schadensersatz leisten müssen. Bislang beziffert der Schlachthofbetreiber den Betrag mit 98.000 Euro.

Aber der Schlachthofbetreiber bietet auch einen Deal an: Kein Schadensersatz, dafür sollen alle gemachten Aufnahmen für immer verschwinden.

Das sind brennende, stechende Schmerzen, die die Tiere haben. Dann haben sie Atemnot. Es ist im Prinzip so, als würde man jemandem eine Tüte über den Kopf ziehen und sie zuschnüren.

– Anna im Interview

Das ist ein ganz extremes Leid. Das ist genau dieses Gefühl, zu ersticken – die Angst vorm Ersticken. Und das kann sich ja jeder vorstellen, wie schlimm das ist. Und das ist sozusagen ja der absolute Standard, der da stattfindet.

– Anna im Interview

Ich sage dann immer: Ein Baseballschläger kann auch betäuben – sollte trotzdem nicht zu einer Betäubung zugelassen sein. Vielleicht ist ein Baseballschläger sogar effektiver in dem Sinne.

– Hendrik im Interview

Und die CO₂-Betäubung ist halt auch so was. Das ist total brutal, super grausam. Keiner spricht darüber, niemand interessiert sich. Die Branche macht einfach so weiter, aus wirtschaftlichem Interesse, obwohl eigentlich klar ist, dass es tierschutzwidrig ist.

– Anna im Interview

Nicht alle schauen diesen Beitrag, nicht alle verstehen es sofort – und da braucht’s einfach eine viel, viel häufigere Beschallung der Öffentlichkeit mit den Schreien der Tiere aus der CO₂-Anlage im Schlachthaus.

– Hendrik im Interview
Wegen der Bilder, die Hendrik und Anna an den Verein „Animal Rights Watch“ weitergegeben haben, ist dem Schlachthof ein Riesenschaden entstanden – so sagt er zumindest vor Gericht. Obwohl der Betrieb des „Tierwohl-Schlachthofs“ ungehindert weitergeht.

98.000 Euro Schaden haben die Anwält:innen im Verfahren bisher berechnet – darunter fallen Social-Media-Management wegen überfluteter Kommentarspalten, zusätzliches Sicherheitspersonal auf dem eigenen Gelände und die Kosten für die PR-Beratung des Unternehmens.

Aber wieso stellt sich ein vermeintlicher Vorzeigebetrieb so sehr dagegen, dass Bilder aus seinem Schlachthof an die Öffentlichkeit kommen? Auf der eigenen Website steht was von „Transparenz“ und „Tierwohl“. Ist all das vielleicht doch nur eine trügerische Fassade? Eine Idylle für arglose Konsument:innen?

Wir schauen uns die Geschichte hinter den Bildern an, die der Schlachthof lieber verheimlicht – aber jede:r sehen sollte.

1.2 Trügerische Idylle: Der „Tierwohl Schlachthof“

Wer genau wissen will, wie aus einem Tier ein Stück Fleisch wird, kann fast nicht auf die Infos der Industrie vertrauen: Da gibt es nur die schönen Seiten oder gar irreführende Werbung wie die lila „Milka-Kuh“ oder Hühner und Schweine auf der grünen Weide. Die unschönen Seiten der Tierindustrie sind selten frei zugänglich oder mit beschönigendem Kommentar versehen.

Bühne frei für einen „Tierwohl“-Schlachthof aus Norddeutschland: Die Unternehmenschefs zeichnen sich als Partner der Landwirt:innen und herzallerliebste Tierfreunde aus. Bei LinkedIn, Instagram und Co. veröffentlichen sie Werbespots mit aufgehübschten Bildern. Sie zeigen fröhliche Tiere, lächelnde Bauern und Bäuerinnen und freudige Arbeiter:innen in weißen Overalls.

Doch 2024 haben Aktivisti Anna und Hendrik hinter die Fassade des Schlachthofs geblickt und in einem TV-Bericht tierquälerische Praktiken angeprangert.

Vor der Tötung setzen die meisten Schlachthöfe auf die Betäubung mit Kohlendioxid. Die Tiere sollen dadurch weniger leiden, heißt das. Tierschützer weisen aber schon lange darauf hin, dass das oft so nicht stimmt. Manchmal im Gegenteil. Neue Aufnahmen zeigen, wie grausam die CO₂-Betäubung sein kann. Aufnahmen, die verstören können

– Moderatorin Julia Lehmann zum Beitrag von Plus Minus[1].

Es ist ein Ort des Horrors. Die Tiere haben Schmerzen dabei.

– Anna im Interview mit BILD[2].

Und das ist, wie wenn man keine Luft mehr bekommt. Eigentlich das Grausamste, was man den Tieren antun kann.

– Dr. Kai Braunmüller (Bundesarbeitsgemeinschaft Fleischhygiene und Tierschutz) im Interview mit BILD[3].
Seit diesem Beitrag in einem deutschen Wirtschafts-Magazin hat sich die Marketingabteilung des betroffenen Schlachthofs besonders ins Zeug gelegt: Der Betrieb will unbedingt zeigen, wie transparent und für Tierwohl er doch ist…

Die Kundschaft wird also mit einem immensen Marketing-Einsatz daran erinnert, dass ihr Schlachthof eigentlich ein Vorzeigebetrieb ist, wo „die Qualität […] immer maßgebend für [unser] Handeln“ ist. Außerdem: „Die respektvolle Behandlung der Tiere während der Transporte in den Schlachthof und während der Betäubung und Tötung sind unsere wichtigsten Grundsätze.“ [4]

Alles beste Qualität, alles super „Tierwohl“ – alles und besonders „artgerecht“[5]. So steht’s zumindest auf der Webseite.

1.3 Vorstellung des Schlachthofs

Wer genau hinsieht, erkennt bei Instagram[6] sogar ein Bild wieder: Angeblich wird hier im Meeting der Belegschaft gezeigt, wie tadellos die Betäubung mit CO₂ funktioniert. Doch eine Kamera in der „Todeskammer“ – das wird doch kein Unternehmen freiwillig zeigen, oder?

Richtig: Denn auch hier haben wieder Aktivisti die Drecksarbeit geleistet und zeigen, dass all das Geplänkel um Tierwohl nur Augenwischerei ist.

Sie haben im Schlachthof für die Öffentlichkeit eingefangen, was zu gerne verschwiegen wird: die grausamen Qualen von Schweinen bei der Betäubung im Akkord. Eine Praxis, die in ganz Europa als tierquälerisch bekannt ist – aber eben als normal angesehen wird.

1.4 Werbefilme der Industrie

In aufpolierten Werbefilmen von Tönnies, Wiesenhof, Vion und wie sie alle heißen, bekommen die Konsument:innen einen etwas anderen Einblick in die Prozesse hinter den hohen Mauern einer Schlachtfabrik.

Abgesehen davon, dass nicht erzählt wird, was „Remontierung“ bedeutet, wird in diesen Werbespots viel gezeigt: das riesige Fabrikgebäude, tolle Hightech-Geräte, bunte und leuchtende Knöpfe, und viele lächelnde Gesichter. Nach dem Motto „from farm to table“ („vom Hof zum Tisch“) zeigen die Schlachtunternehmen, dass sie nur mit den besten Landwirt:innen zusammenarbeiten, nur die besten Mitarbeitenden und strengsten Kontrollen haben. Wie aus einem Tier ein Stück Fleisch wird, sehen wir eher nebenbei.

In den meisten dieser Clips kommt das Wort „Qualität“ sechs- bis neunmal öfter vor, als zum Beispiel „Tierwohl“. Das ist kein Zufall, sondern gehört zum Geschäft mit Tierprodukten: Die trügerische Idylle, die wir auch auf Milch- und Eierverpackungen sehen, poliert das Image dieser Unternehmen auf und hilft dabei, unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen.

Fragen wie:

„Wie oft scheitert die Betäubung? Wie viele Tiere werden trotzdem geschlachtet? Wie viele Arbeitsunfälle gibt es bei dieser Akkordarbeit?“

2. Das Prinzip Schlachthof

Tier rein – Fleisch raus.
So oder so ähnlich stellen wir uns wohl alle einen Schlachthof vor. Die Details wollen wir meist gar nicht so genau wissen. Aber das Grundprinzip ist in etwa so:
  1. Tier wird am Bauernhof eingeladen,
  2. zum Schlachthof transportiert,
  3. entladen,
  4. betäubt,
  5. mit einem Kehlschnitt ausgeblutet,
  6. zerteilt,
  7. und am Ende geht gekühltes Fleisch raus.
Aber, bis aus einem (fühlenden) Individuum ein Stück abgepacktes Fleisch im Supermarkt wird, bedarf es einer Menge Zwischenschritte. Darunter fallen auch ziemlich unangenehme Dinge, von denen wir nur selten hören und die wir noch seltener sehen. Allerdings kenne ich einige Details aus meiner Arbeit mit Tierschutzvereinen, die anderen verwehrt bleiben. Deshalb: Let’s go!  

2.1 Vom Tier zum „Lebensmittel“

Schweine kommen in der Regel in großen Transport-Lkw an, die mit ziemlich zynischen Beschriftungen und Cartoons darauf hinweisen, dass hier „lebende Tiere“ oder „wertvoller Tierbestand“ drin ist. Und trotzdem werden sie beim Abladen wie leblose Waren behandelt: Schubsen, Schieben, Schlagen, Treten oder sogar Elektroschocks sind keine Seltenheit. Schließlich muss es schnell gehen.

EXKURS:

Bei Geflügeltieren wie Hühnern und Puten ist das Ganze noch grausamer: Die Tiere werden im Stall schon in Gitterboxen gepresst und dann über Stunden zum nächsten Schlachthof transportiert.

Es gibt einfach keine gesetzlichen Vorgaben zur maximalen Transportdauer, nur eine Art Handlungsempfehlung[7], also ein „nice to have“: maximal 12 Stunden und bitte ohne Tierschutzverstöße.

Bei Hühnern und Co. werden dann die besagten Boxen – meist nicht größer als ein Einkaufswagen[8] – auf ein Fließband geworfen, das die Tiere dann bis zum Tod schiebt.

Die „entladenen“ Schweine kommen in einen Wartebereich. Dort sollen sie Stress abbauen, zur Ruhe kommen. Gestresstes Fleisch schmeckt nicht.

Der nächste Schritt für alle Tierarten ist dann die Betäubung. Denn kein Tier darf unnötige Schmerzen erleiden … so steht es im Tierschutzgesetz.

Wer jetzt an hochprofessionelle Narkose-Methoden wie vor einer Knie-OP denkt, liegt leider daneben: Zwar haben sich tüchtige Ingenieur:innen und Schlachtimperien zusammengetan, um die besten Methoden zu entwickeln, aber es bleiben brutale Verfahren.

Wie übel das früher aussah, erfahrt ihr später.

Sogenanntes „Schächten“ – das Töten ohne vorherige Betäubung – ist in der EU fast komplett verboten. Was leider nicht heißt, dass es nicht trotzdem gemacht wird. Aus tragischem Versehen oder mit brutaler Absicht.

Erst, wenn die Tiere betäubt sind – um das zu testen, gibt es verschiedene Methoden, zum Beispiel ins Auge pieksen –, erst dann darf der eigentliche Schlachtprozess beginnen. Und der muss auch sofort starten – innerhalb von wenigen Sekunden.

Das „Entbluten“ von Tieren ist dabei der Hauptteil: Den Tieren wird die Kehle aufgeschnitten und sie werden an den Beinen aufgehängt, damit das gesamte Blut aus dem Körper fließt.

Manche Schlachthofmitarbeitenden haben den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als den Tieren die Hauptschlagader zu durchtrennen. Alle paar Sekunden zustechen. Was ein für ein Horror.

Bei Hühnern wird der gesamte Vorgang halbautomatisch erledigt: Mitarbeitende zerren die Tiere aus den (im Exkurs genannten) Boxen, hängen sie in eine Art Fließband ein und ab hier übernehmen Maschinen Betäubung und Kehlschnitt.

Erst nachdem ein Tier komplett ausgeblutet ist – und damit offiziell als tot gilt – darf weitergearbeitet werden. Jetzt werden Hühnern die Federn gerupft – Schweine werden gebrüht und abgeflammt, damit ihre Borsten abfallen – Rinder und Schafe werden gehäutet.

Dann werden Gliedmaßen abgeschnitten und … naja, das ganze Tier wird zerlegt, bis es in Einzelteilen daliegt und keine Gedärme, Organe und Co. mehr hat.

2.3 Betäubung (Part 1)

Puh.

Nach diesem einigermaßen sachlichen Abriss über die Vorgänge in einem Schlachthof könnt ihr jetzt raten, an welcher Stelle die meisten Probleme entstehen.

Richtig: Bei der Betäubung.

Denn Tiere dürfen erst in einem Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit[9] geschlachtet werden. So platt steht es in der „Verordnung zum Schutz von Tieren im Zusammenhang mit der Schlachtung oder Tötung“ (Tierschutz-Schlachtverordnung).

Und Schlachten meint dabei im medizinischen Sinne: Ausbluten bis zum Stillstand aller Hirn- und Körperfunktionen.

Wo vor hundert Jahren ein dumpfer Schlag auf den Kopf schon als „Betäubung“ galt, ist bei dem heutigen Tempo der Schlachtstraßen eine effektivere Methode nötig.

Wir gehen später noch genauer auf die verschiedenen Betäubungsmethoden ein.

Aber auch moderne Methoden sind nicht unfehlbar. Einerseits dürfen nur wenige Sekunden vergehen, bis die Tiere letztlich sterben müssen, und andererseits gibt es nie eine hundertprozentige Sicherheit auf Erfolg beim Betäuben.

Und was, wenn wirklich etwas bei der Betäubung schiefgeht? Was, wenn die Betäubung nicht dem entspricht, was wir uns hier draußen so vorstellen? Was, wenn Tiere am laufenden Band leiden müssen?

2.4 Was, wenn es schiefgeht?

Ins Innere eines Schlachthofs kommen eigentlich nur die Angestellten, Veterinär:innen oder manchmal auch politische Funktionäre, um sich vor Schweinehälften ablichten zu lassen.

Aber wenn sich Vermutungen häufen, dass in einem Betrieb etwas nicht stimmt und Tiere darunter leiden müssen – dann riskieren Tierschützende alles, um zu zeigen, was in diesen Gebäuden vor sich geht. Mit Minikameras werden die Abläufe und Problemstellen gefilmt. Versteckt. Unentdeckt.

Dass Schlachthöfe mit Videokameras überwacht werden, ist keine neue Idee: Immer wieder wird nach grausamen Veröffentlichungen über Tierleid im Schlachthof so etwas gefordert [10] [11]. Es gab sogar schon Tierrechtsaktivisten, die Drohnen für die Überwachung der ganzen Agrarindustrie forderten [12].

Doch, wie der Bundestag zuletzt in einem Papier festhielt:

Eine vollumfängliche, unbeschränkte, verdachtsunabhängige Videoüberwachung dürfte mit datenschutzrechtlichen Vorgaben nicht vereinbar sein.[13]

Obwohl es um fühlende Lebewesen geht, die in einem beinahe vollständig automatisierten Prozess ihr Ende finden, wird es also in absehbarer Zeit keine gesetzlich vorgeschriebene Überwachung von Schlachthöfen geben.

So oder so: Was wäre, wenn ausgerechnet in dem wichtigen Moment die Bodycam der Cops- verzeihung – die Überwachungskamera ausfallen würde? Oder – wie in den Gesetzesentwürfen vorgesehen – die Betäubungsanlagen sowieso ausgenommen wären? Dann wäre ein weiteres Tier unter Qualen gestorben und niemand wüsste davon. Kein Schlachthof würde schließen. Keine weiteren Ermittlungen.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Menschen wie Anna und Hendrik aufdecken, was schiefläuft.

Damit Tierqual nicht verdeckt bleibt.

Das ganze Skript?

Alle Transkripte gibt es für Patreon-Follower.

Dieser Podcast verlangt eine Menge ab von allen Beteiligten. Dafür bietet er euch Content, den es sonst nirgendwo gibt. Noch mehr exklusiven Content gibt es bei Patreon.

Das war die erste von drei Folgen zum „Schlachthofprozess“.

Der Podcast „dreckige Pfoten“ soll ein bisschen Licht ins Dunkle bringen und Seilschaften, Lobbyismus, Tierqual und die Arbeit von dutzenden Recherche-Aktivisti sichtbar machen.

Deshalb meine Bitte: Wenn ihr von dieser Folge nur einen Bruchteil interessant fandet, sagt es weiter und bewertet den Podcast!

Auch Hendrik und Anna brauchen eure Unterschrift, euer Like auf Instagram und auch finanzielle Unterstützung. Schaut dazu einfach auf www.schlachthofprozess.org

Viele Quellen und das Transkript findet ihr auf www.dreckige-Pfoten.de

Rechtliche Beratung für den Podcast: Benjamin Lück

Die Intro-Musik ist von Manuel Rathje

Für diesen Podcast wurden Stimmen teilweise mithilfe von KI erstellt.

Da das Verfahren wegen den Aufnahmen aus der CO2-Betäubungsanlage noch immer läuft, wurden teilweise andere Aufnahmen von Organisationen wie Animal Rights Watch und SOKO-Tierschutz genutzt. Die Links dazu findet ihr auf der Website.

dreckige pfoten

Weitere Infos

 

Die Werbespots der Industrie:

Image-Spots

https://www.youtube.com/watch?v=IxzB10am8Zs

https://www.youtube.com/watch?v=rWeB72rMQk8

https://www.youtube.com/watch?v=PbeF-9nrA7w

https://www.youtube.com/watch?v=Ij2JFaCfKhQ

https://www.youtube.com/watch?v=UX4RPouoVy0

 

Werbung

https://www.youtube.com/watch?v=1sG8U6NMH_U­­­­­­

https://www.youtube.com/watch?v=8kHPd8T67GM

https://www.youtube.com/watch?v=MwYQMpd_eZA

https://www.youtube.com/watch?v=ay1dFRKA6lw

https://www.youtube.com/watch?v=f3OOMY8RFFU

https://www.youtube.com/watch?v=VDwXTWD7yvU

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Quellen

[1] Originalbeitrag „CO2-Betäubung: Gnadenakt oder Tierquälerei?“ vom 21.08.2025 beim Magazin „Plus Minus“ vom ARD

[2] Original-Beitrag „Tiere erleiden Todesqualen“ vom 13.06.2025 auf BILD.de
Archiv: https://archive.is/xQ6f8

Siehe auch „Schlachthofprozess“ auf Instagram: https://www.instagram.com/schlachthofprozess/reel/DLU1lnbCmUx/

[3] Ebenso.

[4] Siehe: https://brand-lohne.de/nachhaltigkeit/#Tierwohl

[5] Siehe Instagram-Kanal des Konzerns: https://www.instagram.com/brandlohne/

[6] Siehe Instagram-Kanal des Konzerns: https://www.instagram.com/p/C7lsEUEtf0f/

[7] https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00028965/Tierschutz_Gefluegeltransport.pdf

[8] EU-Verordnung (EG) Nr. 1/2005 über den Schutz von Tieren beim Transport enthält in Anhang I Kapitel VII die Vorgaben zu Platzbedarf für Geflügel nach Gewicht: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32005R0001

[9] So platt steht es in der „Verordnung zum Schutz von Tieren im Zusammenhang mit der Schlachtung oder Tötung und zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 des Rates (Tierschutz-Schlachtverordnung – TierSchlV)“ – Paragraph § 12: Betäuben, Schlachten und Töten. Siehe: https://www.gesetze-im-internet.de/tierschlv_2013/__12.html

[10] https://www.landundforst.de/tier/kameras-schlachthoefen-videoueberwachung-tierschutz-foerdern-571472

[11] https://taz.de/Tierquaelerei-in-der-Fleischindustrie/!5886502/

[12] Will Potter: „Drone On The Farm“ https://www.kickstarter.com/projects/1926278254/drone-on-the-farm-an-aerial-expose?ref=9rybhl

[13] Wissenschaftlicher Dienst der Bundesregierung, WD 3 – 3000 – 073/23 https://www.bundestag.de/resource/blob/963082/eda5f7b64e887a09eaa3fca2d2bd513c/WD-3-073-23-pdf-data.pdf

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