Huehner in der Industrie leiden jeden Tag ihres kurzen Lebens

Kükentöten: verboten und trotzdem nicht vorbei

Fleisch, Fisch und Milch zahlen 7 statt 19 % Mehrwertsteuer. Das kostet den Staat 4 Mrd. € pro Jahr. Alle Zahlen aus dem Klima-Subventionsbericht 2026.

Küken in einer Brüterei
Küken in einer Brüterei

Seit dem 1. Januar 2022 dürfen in Deutschland keine männlichen Eintagsküken mehr getötet werden. Zuvor waren es laut Verbraucherzentrale rund 45 Millionen pro Jahr. Männliche Küken der Legelinien setzen kaum Fleisch an und galten der Branche als unerwünschte Nebenprodukte.

Was an die Stelle des Tötens getreten ist

Es gibt drei Wege: die Geschlechtsbestimmung im Ei, die Aufzucht der Bruderhähne und Zweinutzungshühner. Am häufigsten wird das Geschlecht im Ei bestimmt. Das Netzwerk Fokus Tierwohl (Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Stand Mai 2024) nennt drei Verfahren, die in Deutschland im Einsatz sind:

  • ein hormonbasiertes Verfahren am 9. Bruttag (Genauigkeit rund 98 %),
  • eine hyperspektrale Messung am 11. oder 12. Bruttag, bei der das Ei nicht geöffnet wird,
  • eine KI-gestützte Magnetresonanztomografie ab dem 12. Bruttag (über 98 %).
Geschlechtsbestimmung im Ei (Raman Spektroskopie)
Geschlechtsbestimmung im Ei (Raman Spektroskopie)

Männliche Embryonen werden aussortiert. Die Eier werden zerkleinert und als tierisches Nebenprodukt der Kategorie 3 weiterverwertet. Die Grenze setzt das Gesetz: Der Bundestag hat am 16. Juni 2023 festgelegt, dass die Bestimmung bis einschließlich des 12. Bruttags erfolgen darf. Der Artikel beruft sich auf eine Studie, nach der bis dahin kein Schmerzempfinden anzunehmen sei.

Keines der Verfahren erkennt das Geschlecht zu 100 % sicher. Deshalb bleibt die Aufzucht von Junghähnen in dieser grausamen Industrie nötig.

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Die Kritik: Das Töten wird verlagert

Die meisten Öko-Verbände halten die Geschlechtsbestimmung im Ei nicht für eine Lösung, weil das Töten nur vorverlagert werde. Sie setzen auf Zweinutzungsrassen und die Aufzucht der Bruderhähne. Auch das hat Grenzen. Zweinutzungsrassen erreichen nicht die Leistung von Lege- und Mastlinien. Und aufgezogene Bruderhähne werden nach Utopia am Ende meist geschlachtet.

Das Schlupfloch: Das Verbot endet an der Grenze

Das Verbot gilt nur für Brütereien in Deutschland. Legebetriebe dürfen Junghennen aus dem Ausland einkaufen, wo männliche Küken weiter getötet werden dürfen (Verbraucherzentrale, ÖKO-TEST). Auf dem Ei darf trotzdem »Deutschland« stehen (Utopia).

Zum Vergleich: die Dimension

Männliche Küken sind nur ein Teil der Zahlen. Laut Destatis wurden 2025 vorläufig rund 661 Millionen Hühner geschlachtet (640,3 Mio. Jungmasthühner und 20,7 Mio. Suppenhühner).

dreckige pfoten