Schlagwort: menschenrechte

  • Jetzt einwenden!

    Jetzt einwenden!

    Jetzt einwenden!

    Die Anlage, die es nicht geben dürfte

    Seit Jahren wird vor Gericht um die Schweinemastanlage in Gerbisbach gestritten. Und die Urteile sind ziemlich eindeutig: Mehrere Gerichte haben festgestellt, dass die immissionsschutzrechtliche Genehmigung rechtswidrig war. Die Anlage hätte in dieser Form also niemals genehmigt werden dürfen.

    Schwein aus der Schweinemast- und Zuchtanlage Gerbisbach
    Schwein aus der Schweinemast- und Zuchtanlage Gerbisbach

    Und trotzdem läuft der Betrieb bis heute weiter.

    Statt aus den Urteilen die naheliegenden Konsequenzen zu ziehen, soll die fehlerhafte Genehmigung nun offenbar nachträglich „geheilt“ werden.

    Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt führt dafür ein ergänzendes immissionsschutzrechtliches Verfahren durch.

    Teil dieses Verfahrens ist ein neuer UVP-Bericht: eine ergänzende Untersuchung der Auswirkungen der Anlage auf Menschen, Tiere, Natur und Umwelt.

    Und genau hier könnt ihr euch einmischen.

    Einwendung einreichen

    Auf konkrete Probleme und Bedenken hinweisen.

    Behörden müssen prüfen

    Einwendungen werden Teil des Verfahrens und müssen berücksichtigt werden.

    Öffentlicher Druck

    Viele Einwendungen können zeigen, dass die Öffentlichkeit genau hinschaut.

    Veränderung bewirken

    Eure Einwendungen können das Verfahren verändern und Nachbesserungen oder eine erneute Bewertung bewirken.

    Warum eure Einwendung wichtig ist

    Noch bis zum 27. Juli 2026 können Bürger:innen sogenannte Einwendungen gegen das Vorhaben einreichen.

    Das klingt erst einmal ziemlich bürokratisch. Ist aber wichtig.

    Denn jede Einwendung zeigt: Die Öffentlichkeit schaut hin.

     

    Die Menschen haben nicht vergessen, dass diese Anlage auf Grundlage einer rechtswidrigen Genehmigung errichtet wurde. Und sie sind nicht bereit, die Folgen für die Bevölkerung, die Umwelt und die Natur einfach hinzunehmen.

    Je mehr sachlich begründete Einwendungen eingehen, desto deutlicher wird, dass dieses Verfahren nicht still und leise abgewickelt werden kann. Die Behörden müssen sich mit den vorgebrachten Kritikpunkten auseinandersetzen und die bestehenden Mängel sorgfältig prüfen.

    Das Beteiligungsrecht der Öffentlichkeit ist kein freundliches Entgegenkommen der Behörden. Es ist ein wichtiger Bestandteil des Umweltrechts.

    Genehmigungsantrag zur Schweinemast- und Schweinezuchtanlage in Gerbisbach
    Genehmigungsantrag zur Schweinemast- und Schweinezuchtanlage in Gerbisbach

    Muster-Einwendung zum Download

    Dank der Rechtsanwältin für Verwaltungsrecht, Nadine Hieß gibt es eine gute Handvoll Begründungen, die ihr auch für eure Einwendung nutzen könnt.

     

    Ihr könnt sie herunterladen, eure persönlichen Angaben ergänzen und fristgerecht an das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt schicken.

    Natürlich könnt – und solltet – ihr die Vorlage auch um eigene Anmerkungen ergänzen.

    Besonders hilfreich sind persönliche Erfahrungen und konkrete Beeinträchtigungen, etwa durch Gerüche, Lärm, Verkehr, Tierschutz oder andere Auswirkungen der Anlage.

    Wenn ihr die kompletten Antragsunterlagen lesen wollt, schreibt mir eine Mail.

    Frist: 27. Juli 2026

    E-Mail-Adresse für die Einreichung:
    TOEB.Antrag@lvwa.sachsen-anhalt.de

    Lasst uns gemeinsam deutlich machen: Eine Genehmigung wird nicht dadurch rechtmäßig, dass man ihre Fehler erst Jahre später zu reparieren versucht.

    dreckige pfoten

    Wenn ihr noch mehr über die Anlage, die es nie geben sollte wissen wollt, hört in die Folgen 4 & 5 des Podcasts:

  • Anbindehaltung ist kein Kavaliersdelikt

    Anbindehaltung ist kein Kavaliersdelikt

    Anbindehaltung:

    Warum Rinder in Deutschland noch immer an der Kette leben

    Anbindehaltung ist eines der am meisten übersehenen Tierschutzprobleme in der deutschen Landwirtschaft – und gleichzeitig eines der gravierendsten. Rund 10 Prozent der deutschen Rinder verbringen ihr Leben dauerhaft angebunden im Stall, fixiert durch Halsriemen, Metallrahmen oder Ketten.

    Auch in Deutschland, werden Kühe noch  dauerhaft angebunden gehalten. Ein breites Bündnis aus Tier- und Umweltschutzorganisationen fordert nun mit einer bundesweiten Protestwelle ein gesetzliches Ende dieser Haltungsform.

    Was bedeutet Anbindehaltung konkret?

    Bei der Anbindehaltung werden Rinder über Monate oder sogar ganzjährig an einem einzigen festen Platz im Stall fixiert. Betroffene Tiere verbringen häufig sechs bis neun Monate im Jahr angebunden – in vielen Betrieben auch durchgehend zwölf Monate. Selbst elementare Bewegungen wie Aufstehen oder Hinlegen sind unter diesen Bedingungen nur unter Schmerzen und in unnatürlichen Verrenkungen möglich.

    Die Folgen sind sowohl körperlicher als auch psychischer Natur: Muskel- und Gelenkschäden, Klauenprobleme und Verhaltensstörungen sind bei dauerhaft angebundenen Tieren keine Seltenheit. Artgenossenkontakt, Körperpflege und andere arttypische Verhaltensweisen sind faktisch ausgeschlossen.

    Anbindehaltung in Zahlen

    • ~10 % der Rinder in Deutschland leben in dauerhafter Anbindehaltung
    • 6–9 Monate, teils ganzjährig, verbringen betroffene Tiere fixiert an einem Platz
    • Rinder sind die letzte “Nutztierart” in Deutschland, für die diese Haltungsform noch genutzt wird (nicht, dass sie legal ist)

    Niedersachsen macht den Anfang

    Bewegung kommt inzwischen aus der Landespolitik: Niedersachsen hat die Anbindehaltung 2026 als erstes Bundesland verboten – ein Schritt, den Tierschutzorganisationen als richtungsweisend werten und der als Blaupause für ein bundesweites Verbot dienen könnte.

    Kühe in Anbindehaltung in Deutschland

    Bundesweiter Protest: Online-Demo am 10. Juli 2026

    Um politischen Druck auf Bundesebene aufzubauen, ruft ein Bündnis aus 29 Tier- und Umweltschutzorganisationen – darunter die Deutsche Tier Lobby – für den 10. Juli 2026 zu einer ganztägigen digitalen Protestaktion auf. Unter den Hashtags #AnbindehaltungBeenden und #LasstDieKuhLos richtet sich die Aktion direkt an das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).

    Teilnehmen kann grundsätzlich jede:r mit einem Social-Media-Kanal. Die Organisator:innen stellen dafür vorgefertigte Textbausteine, Bildvorlagen und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger:innen bereit – von Fotos mit Protestschildern bis hin zu selbst gestalteten Statements ist alles willkommen.

    Ausblick: Großdemonstration im Oktober

    Natürlich werde ich das Thema auch im Podcast ausführlich behandeln. Also: Lasst ein Abo da!

    Wer schon jetzt ein wenig in das Thema reinhören will, kann sich die Folge “Deep Dive: Vollzugsdefizit” reinziehen. Da geht es auch um die Anbindehaltung und warum sie schon heute illegal ist.

    DTL-Online-Demo
    DTL-Online-Demo

    Warum das Thema jetzt an Fahrt aufnimmt

    Anbindehaltung wurde in der öffentlichen Debatte lange von anderen Themen wie Kastenstand- oder Käfighaltung überschattet – obwohl sie ähnlich gravierende Folgen für die betroffenen Tiere hat. Mit dem Verbot in Niedersachsen und der wachsenden zivilgesellschaftlichen Mobilisierung gerät das Thema nun stärker in den politischen Fokus.

    Die Musik und die KI-Stimmen habe ich von Artlist. Meldet euch unter diesem Link an, um diese Musik, AI-Bilderstellung oder AI-Voice-overs und vieles andere für euren Content zu nutzen.
        mit markierte Links sind Affiliate-Links. I know, wir sind keine Fans. Aber: es kostet euch nichts.