Kategorie: Episoden

Jede Folge von dreckige Pfoten

  • 07. Mission: Undercover

    07. Mission: Undercover

    Mission: Undercover

    Tierschützer in der Hölle

    Tim ist mittendrin und macht als Undercover-Ermittler schreckliche Aufnahmen. Seine Tarnung darf unter keinen Umständen auffliegen – auch, wenn Mitarbeitende grausame Dinge tun und ein Chef nur Dollarzeichen in den Augen hat. In einer der größten Hühnermastanlagen in Deutschland.

    Intro

    Vor Tims Augen schwirren kleine Staubkörner in der Luft. Er hat einen weißen Anzug an und trägt eine Schutzmaske. So einen Anblick kennen wir aus den COVID-Zeiten.

    Aber um Tims Gummistiefel herum laufen Hunderte, Tausende Hühner. Die weißen Mini-Dinos leben hier. In einer riesigen Halle. In dieser staubigen Luft. Auf einem zugeschissenen Boden.

    An langen Rohren hängen Futternäpfe und Tränken. Das trostlose Neonlicht macht die ganze Atmosphäre nicht gerade besser.

    Für die vielen Individuen ist das alles, was sie in ihrem Leben kennenlernen werden: Neonlicht statt Sonnenlicht, Lärm, Staub und Trostlosigkeit.

    Tim weiß das sehr genau. Am liebsten würde er bestimmt hier abhauen wollen. Aber er hat einen Auftrag: Er will zeigen, wie grausam ein Leben hier drin ist – und wie viel grausamer manche Menschen mit den Tieren hier umgehen.

    „Das ist wirklich die Hölle da. Es ist komplett monoton. Sie sind in einem Raum, wo sie die Sonne nicht sehen. Sie kriegen keine frische Luft. Das ist es die ganze Zeit super stickig. Die haben keine Möglichkeit, sich zu beschäftigen.“

    – Tim im Interview.

    Er wird zwei Wochen lang mit versteckter Kamera einen der größten Hühnermastbetriebe in Deutschland filmen. Jedes Detail wird er zeigen. Er wird den unglaublich grausamen Umgang mit den Tieren festhalten. Von Mitarbeitenden, die Tiere quälen, bis zum Chef, der statt Individuen nur Profitmaschinen sieht, und dem hauseigenen Tierarzt, der auch mal ein Auge zudrückt.

    Tim muss diese Zustände aushalten. Dinge, die kaum jemand auch nur einen Tag mitansehen könnte. Was er sieht, wird er später als das Brutalste seines Lebens beschreiben.

    Aber er wird auch sehen, dass selbst so ein Betrieb mit einem Tierwohl-Siegel ausgezeichnet wird und die „Produkte“ später im Supermarkt landen. Als „Masthähnchen“ für 4,99 € pro Stück.

    Masthühner in der Tierindustrie leben ihr ganzes Leben in ihrem eigenen Kot
    Masthühner in der Tierindustrie leben ihr ganzes Leben in ihrem eigenen Kot

    1. Masthühner

    Woran denkt ihr, wenn ihr dieses Geräusch hört?

    Klingt ein bisschen nach Sommer. Oder ein Fotoshooting mit Heidi Klum mit riesigen Gebläsemaschinen. Oder ein Luftkissenboot? Kennt ihr sowas überhaupt? Die gab’s früher sogar als Transportmittel von Frankreich bis nach England

    Aber anyways: Wir stehen inmitten einer riesigen Hühnermastanlage. Um uns herum sind tausende Tiere. Weiße Flecken tummeln sich überall, dazwischen Futtertröge und darunter auch noch irgendwo Einstreu. Zugekotet.

    Und dieses laute Gebläse ist eine Lüftungsanlage. Diese vier oder sechs riesigen Turbinen sollen die schädlichen Gase und den Feinstaub in der Luft der kleinen gefiederten Tiere verringern und helfen im Hochsommer gegen Hitze.

    Und jetzt sitzen hier diese kleinen, dino-artigen Kreaturen. Müssen jede Minute ihres Lebens diese Lautstärke miterleben. Ganz abgesehen davon, dass sie hier nur zur Schlachtung entkommen können.

    Würden wir unsere Kinder so behandeln, wie wir andere Tiere – vor allem aber Hühner – behandeln, dann würde die »Supernanny« uns nicht nur auf die Stille Treppe setzen. Vermutlich würde sie uns eher eigenhändig für immer in die Hölle verbannen.

    Aber nicht nur „Chicken-Nuggets oder „Chicken-Wings klingen in den Ohren vieler Menschen verführerisch. Das liegt auch daran, dass weder „Kentucky Fried Chicken“ noch „Riesa Chicken“ oder „McDonald’s“ uns erzählen, woher die Hunderte oder Tausenden stammen. Aber wenn wir ehrlich sind, wollen wir das auch nicht wissen. Das würde die Illusion von knusprigem, leckerem Hühnchenfleisch von uns nehmen.

    Und selbst „Tierwohl“ und „Qualitäts-Siegel“ sind für die meisten Hühner in der Massentierhaltung nur ein anderes Label für ein genauso elendes Leben.

    AAaaber naja …

    Was ich damit sagen will: Es wird Zeit, dass wir uns ein wenig eingehender mit Hühnern, genauer gesagt „Masthühnern“, auseinandersetzen.

    1.1 Dimensionen, Fakten und Entwicklung

    Denn Masthühner sind mit Abstand die am meisten gezüchteten und letztlich geschlachteten Tiere – weltweit. In Deutschland sind es fast 600–630 Millionen Tiere pro Jahr. Auf dem ganzen Erdball rund 70 bis 80 Milliarden Tiere[i] – also mindestens zehnmal so viel, wie es Menschen gibt.

    Die drei größten Produzenten sind mit Abstand die USA, China und Brasilien. 2024 waren diese Länder zusammen für die Schlachtung von etwa 50 % der weltweiten Masthühner verantwortlich. China und die USA haben dabei mit unglaublichen 14–17 Milliarden und 9 Milliarden geschlachteten Hühnern pro Jahr die Spitzenplätze in dieser Triade des Grauens.

    Und obwohl immer wieder die zynische Werbung, gestaltet von irgendwelchen weltfremden Agenturensöhnen für Schlachtkonzerne, uns grüne Wiesen und viel Freiheit herbeilügen, haben weniger als 2 % der Masthühner in Deutschland auch tatsächlich einen Zugang ins Freie.

    Übrigens bedeutet der Zugang ins Freie – mit freiem Zugriff von Greifvögeln, kaum Versteckmöglichkeiten – meist kein „Friede-Freude-Eierkuchen“ für die Hühner.

    Aber wenn diese 600 Millionen Lebewesen der Ozean sind – dann sind die zwei Prozent – ein Becher Wasser.

    Statt auf einem grünen, offenen Feld unter blauem Himmel zu laufen, haben die meisten Tiere also eine riesige Halle um sich herum und nasse, kotdurchsetzte Sägespäne unter ihren Krallen.

    Nochmal: Das ist der Normalzustand – die Wunschvorstellung ist der Becher mit Wasser.

    1.2 Eine kleine Bohne mit Wirkung

    Mitte des letzten Jahrhunderts gab es nicht nur im Bausektor eine rasante Industrialisierungswelle. In den USA gab es eine grundlegende Veränderung der ländlichen Farmen. Statt der idyllisch wirkenden Familienbetriebe, entwickelten sich mehr und mehr große Konglomerate und Agra-Industrielle.Der Grundgedanke des Kapitalismus – Wachstum und Profit vor allem anderen – gab hierbei den Rhythmus an.Statt Selbstversorgung, stand ab 1945 mehr und mehr die Spezialisierung auf dem Plan. Die immer günstigeren synthetischen Düngemittel halfen dabei, dass die Preise für Futtermittel auch rapide sanken.Das macht es lukrativer, immer mehr Tiere zu halten. Am besten natürlich auf kleinster Fläche.Neben riesigen Hallen für Tiere, entstanden auch riesige Silos und Häfen für Futtermittel. Alles oft sogar aus einer Hand oder von einem Firmengeflecht: Dünger, Samen, Futtermittel, Schlachthöfe.Das ist sozusagen die Geburtsstunde der „Factory Farms“ oder „Massentierhaltung“.Auf die einzelnen Tiere wurde geschissen. Sie waren ja nur ein kleines Zahnrad beim Gewinne einfahren.Der Allgemeinheit in den USA konnte man damals schon gut verkaufen, dass Speck und Eier das beste Frühstück sind. Ein massiver, tierproduktlastiger Shift von Brot und Haferbrei. Alles auch dank Werbung und Propaganda.Übrigens auch etwas, wofür wir dem „Vater der PR“, Edward Bernays zu danken haben. Ihn habe ich schon in einer der letzten Folgen erwähnt.Anyways: In den USA wurde diese Art des „Factory Farmings“ massiv vorangetrieben. Hinzu kommt, dass damals auch der Anbau von Mais und Soja extrem gefördert wurde. Dank garantierter Preise und millionenschwerer Subventionen, wurde die teure und arbeitsintensive Baumwolle allmählich in den USA abgelöst.Nach 1945 wurde Soja auch in Europa immer wichtiger – aber vor allem als Importgut. Mit dem Gesetz über „Handel und Hilfe“ wurde geregelt, dass Soja in Europa als Lebensmittelhilfen ankam. Zwischen 1955 und 1960 waren das fast drei Viertel der US-Sojaölexporte.Tja. Statt wie einige sicherlich noch denken, kam die Sojabohne also nicht aus abgeholzten Regenwaldgebieten zu uns, sondern wurde von den Alliierten mitgebracht. Und da wir Kartoffelköpfe nicht wissen, wie man Tofu macht, wurden die Sojabohnen in Ölmühlen der Amerikaner gepresst und das Schrot vor allem an Tiere verfüttert.Auch noch heute werden fast 70 % des globalen Sojaanbaus als Tierfutter genutzt.Damit hat diese kleine Bohne sehr viel damit zu tun, wieso auch Europa den Irrweg der Massentierhaltung gegangen ist.Und ähnlich, wie in den USA, gab es auch hier die sogenannte „vertikale Integration“: eine Verflechtung von Futtermittelherstellern, Brütereien, Vertrags-Mästern, Schlachthöfen und Einzelhandel.Immer größere Betriebe wurden auch hier aus dem Boden gestampft. Auch große Agrarunternehmen fassen in Deutschland Fuß und bauen entweder selbst die ersten Riesenställe oder helfen mit ihren Entwicklungen dabei, dass der maximale Profit das Ziel ist.Mit ausgefeilten Apparaturen für die automatische Fütterung oder Lüftungsanlagen wird kaum was dem Zufall überlassen.Selbst das Futter für die Tiere wird nach und nach so optimiert, dass die Tiere schneller wachsen und es gleichzeitig wenig kostet.Doch eine Sache bleibt da noch, die man aus Sicht der Unternehmen noch perfektionieren sollte: die Hühner selbst.

    1.3 Das Huhn der Zukunft

    Fangen wir kurz von vorne an: Das sogenannte „Haushuhn“ ist ein domestiziertes Bankivahuhn aus den Dschungeln Südostasiens. Nachdem der Mensch seine Finger vor rund 5.000 Jahren an das Tier gelegt hatte, war es auf jedem kleinen Bauernhof zu finden.Aber mit dem Wachstum unserer – also der menschlichen Bevölkerung – wuchs auch die Zahl der Hühner rasant.Allerdings hat der Mensch ja diesen seltsamen, sehr skrupellosen Wachstums- und Optimierungszwang…
    „Wusstest du, dass Geflügel landesweit an dritter Stelle der wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse steht?“ „Das Fleisch war mehr oder weniger ein Beiprodukt der Ei-Industrie. Nur wenige Hühnerhalter haben den Schritt hin zu einer besseren Fleisch-Produktion gewagt.“ „Als eine Lösung bot A&P Food Stores, der größte Geflügelhändler des Landes, an, einen Wettbewerb für die Entwicklung von Hühnern mit besonders hochwertigem Fleisch zu sponsern. Ein nationales Komitee war für das Programm ‚Das Huhn von morgen‘ verantwortlich: ein Tier mit breiter Brust, mit größeren Unterschenkeln, pralleren Oberschenkeln und Schichten von weißem Fleisch [wie das Wachsmodell auf der rechten Seite].“ „Das Komitee plante eine Reihe von staatlichen und regionalen Wettbewerben für das ‚Huhn von morgen‘, die im Juni 1948 mit einem nationalen Wettbewerb enden sollten. A&P stellte 10.000 Dollar an Preisgeldern zur Verfügung.“ „Welcher Fleischtyp wird morgen der Champion sein? Der Wettbewerb ‚Huhn der Zukunft‘ von 1951 wird die Antworten liefern.“
    Das Huhn der Zukunft – The Chicken of Tomorrow Contest, 1948Dieser Wettbewerb in den USA legte den Grundstein für die modernen Hochleistungsrassen in der Hühnermast – weltweit: schnell wachsende Tiere mit ungesund riesigen Fleischbergen an ihren Körpern.Noch 1957 waren ausgewachsene Hühner knapp unter einem Kilogramm schwer. Schon in den 80er Jahren waren Masthühner doppelt so schwer. Heute sind sie im Schnitt viermal so groß und schwer. – Und dieses Gewicht erreichen sie in der gleichen, kurzen Zeit ihres Lebens: rund 40 Tage.Statt Hühnern, die für ihre Eier jahrelang gequält und am Ende für ihr Fleisch getötet wurden, gab es nun also Hühner, die in kürzester Zeit nur für ihr Fleisch gezüchtet und getötet wurden. Ihre Eier waren wertlos. Und andersherum waren oder sind die ausgemergelten Körper der Hühner aus den Eierfabriken noch weniger wert – und was mit männlichen Eintagsküken passiert, wissen ja inzwischen einige.Inzwischen kontrollieren nur noch wenige Großunternehmen, welche Tiere aus den Eiern schlüpfen. Sie haben die „Hühner von morgen“ perfektioniert und beherrschen mit ihren „Hybridrassen“ den Markt der Tierindustrie.Statt Mais oder Erbsen mit mehr Ertrag, werden nun einfach Hühner gezüchtet, die maximalen Fleischansatz haben – oder die meisten Eier legen. Mendelsche Regeln oder so…Auch nach Deutschland kommen diese Hybridrassen gut an. Auch ein Unternehmer aus Cuxhaven übernimmt das Prinzip und importiert Tiere aus den USA. 1965 entsteht daraus die Brüterei, die später zu „Wiesenhof“ wird.Auch in der DDR wurde geforscht, um das „perfekte Huhn“ zu finden. Schließlich wollte der sozialistische Staat den Kapitalisten im Westen in nichts nachstehen…
    „Sie sind nur auf der Welt, um in wenigen Wochen fett und fleischig zu werden. Ihr englischer Name Broiler, bedeutet nämlich nichts anderes, als Brater. […] Der verändernde Eingriff in die Natur ist gelungen: Wissenschaftler und Züchte haben einen neuen Weg gewiesen. An den Praktikern ist es jetzt in zu gehen.“
    – aus „Mahlzeit DDR 1“, 05:04Mit einem geheimen Ministerrats-Beschluss von 1965 wurde sogar Massentierhaltung im großen Stil angeschoben:
    „Beschluss über den Aufbau moderner, Großanlagen für die industrielle Produktion von Schlachtvieh, Schlachtgeflügel und Eiern in der DDR.“
    Geheimes Protokoll des Ministerrats der DDR, 1965Die industrielle Massentierhaltung von Hühnern ist damit in vollem Gange.Es gibt nur ein paar Haken. Und diese Haken tun vor allem den Tieren weh.Dieser, sehr sachliche Auszug aus Wikipedia spiegelt das Dilemma wieder – getarnt als Produktivitäts-Versprechen:
    • Ein Lege-Hybridhuhn kann mit zwei Kilogramm Futter ein Kilogramm Ei erzeugen. Alte Rassehühner benötigen vier bis fünf Kilogramm.
    • Ein Lege-Hybridhuhn legt, nachdem es legereif geworden ist, in der ersten Legeperiode bis zu 330 Eier in 365 Tagen, das heißt in einem Jahr. Eine zweite Legeperiode ist nicht vorgesehen, jedoch möglich.
    • Ein Mast-Hybridhuhn in konventioneller Haltung ist nach knapp einem Monat schlachtreif, kann aber je nach gewünschtem Schlachtgewicht auch länger gemästet werden. In der ökologischen Landwirtschaft dauert die Mast eines Hybridhuhns etwa vier Monate.
    Dieser Wiki-Artikel ist ganz aufschlussreich für unsere Geschichte:
    „Eine Untersuchung von 51.000 Masthybriden in Großbritannien ergab, dass etwa 28 % der Hühner sich schlecht fortbewegen konnten. 3,3 % der Tiere waren fast bewegungsunfähig.“
    Außerdem:
    „Masthybride leiden zudem oft an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. plötzlicher Herztod und Bauchwassersucht).“
    Wikipedia-Artikel zum „Hybridhuhn“Bei den „Legehybriden“ ist die Wortwahl der Wiki-Autor:innen sogar noch brutaler:
    „Ein Großteil der Legehybriden erkrankt an den Legeorganen. ‚Die Eileiterentzündung (Salpingitis) wird auch als ‚Berufskrankheit’ der Legehennen bezeichnet.‘“
    Klingt jetzt nicht so nach „perfektioniert“, hm?Diese Tiere – ob Huhn in der Eierindustrie oder als sogenanntes „Explosionshuhn“ in der Fleischindustrie: Diese Tiere leiden jeden scheiß Tag ihres kurzen Lebens. Wieder gelten 10 Prozent als „natürliche Auslese“ in der ekelhaft emotionslosen Logik der Tierindustrie.Wer die Zeit als Legehenne oder Masthuhn übersteht, dessen Leben endet nicht weniger grausam. Das hab ich euch schon in einer der ersten Folgen erzählt.Aber haben wir nicht das Tierschutzgesetz? – Das regelt doch ganz klar:
    „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“
    Tierschutzgesetz § 1Und das gilt doch auch für Masthühner, oder?Wenn wir einem Gutachten von den Tierärzt:innen bei „Expertise for Animals“ glauben, dann verstößt die Haltungsrealität bei Masthühnern gegen den Tierschutz.Aber trotzdem bleibt alles legal.

    Das ganze Skript?

    für supporter

    Dieser Podcast verlangt eine Menge ab von allen Beteiligten. Dafür bietet er euch Content, den es sonst nirgendwo gibt. Deshalb gibt es das komplette Transkript nur für Supporter.

    dreckige pfoten

    Das war „dreckige Pfoten“ mit der Mission Undercover.

    „dreckige Pfoten“ bringt Licht ins Dunkle und macht Seilschaften, Lobbyismus, Tierqual und die Arbeit von dutzenden Recherche-Aktivisti sichtbar.

    Wenn ihr von dieser Story etwas mitnehmen könnt, sagt es gerne weiter. Schreibt gerne einen Kommentar oder bewertet den Podcast! Ihr wisst nicht, wie sehr mich das freut!

    Außerdem gibt es einen Patreon-Account. Schaut einfach vorbei und sagt „hi!“
    Ist kostenlos.

    Intro-Musik von: Manuel Rathje

    Viele Quellen und das Transkript findet ihr auf www.dreckige-Pfoten.de

    Für diesen Podcast wurden Stimmen teilweise mithilfe von KI erstellt.

    Quellen

    [i] Bei Statista noch in „Tonnen“ gemessen: Chicken meat production worldwide from 2012 to 2025 (in 1,000 metric tons)
    https://www.statista.com/statistics/237637/production-of-poultry-meat-worldwide-since-1990/

    dreckige pfoten
    Die Musik und die KI-Stimmen habe ich von Artlist. Meldet euch unter diesem Link an, um diese Musik, AI-Bilderstellung oder AI-Voice-overs und vieles andere für euren Content zu nutzen.     mit markierte Links sind Affiliate-Links. I know, wir sind keine Fans. Aber: es kostet euch nichts.
    eindringliche
    Geschichten

    Nicht »noch ein Laber-Podcast« – sondern eindringliche Geschichten, mit Haltung und Herz über die grausamste Industrie unserer Zeit.

  • 06. Deep Dive: Videoüberwachung auf dem Schlachthof

    06. Deep Dive: Videoüberwachung auf dem Schlachthof

    Videoüberwachung im Schlachthof

    Deep Dive

    Die Hölle auf Erden soll nun auch noch videoüberwacht werden: Ein Gesetzesentwurf von Metzgermeister und Landwirtschaftsminister Alois Rainer sieht vor, dass gewisse Schlachthöfe videoüberwacht werden. Doch bei diesem angeblichen „tierschutzfördernden Schritt“, gibt es einige blinde Flecken, die keinem Tier weiterhelfen werden.

    Diese Folge ist ein sogenannter „Deep Dive“. Ich möchte damit ein paar Themen kurz und knapp beleuchten, die vielleicht an anderer Stelle untergehen würden. Wundert euch nicht, wenn die sonst übertrieben gute Qualität heute mal etwas weniger gut ist – das .. ehm … muss so.

    Aber bald geht’s weiter mit investigativ-Stories aus der schlimmsten Industrie der Welt. Versprochen!

    dreckige pfoten

    Warum eine Videoüberwachung keinen Tierschutz bringt

    Im Dezember 2025 hat unser lieber Bundeslandwirtschaftsminister und ehemaliger Metzger, Alois Rainer, der „Rheinischen Post“ ein Interview gegeben und verkündet, dass Schlachthöfe künftig verpflichtend videoüberwacht werden sollen.

    Aber schon der Titel über dem Interview verrät, wie voreingenommen der Minister ist:

    „In einem guten Döner ist alles drin“ – Alois Rainer im Interview mit der Rheinischen Post.

    Wie wohlwollend gegenüber der Tierindustrie Herr Rainer ist, hat er schon öfter bewiesen. Im Februar 2026 gab’s schon den „Milchgipfel“ für Lobbyfreunde, powered by Landwirtschaftsministerium. Und Anfang März wurde der Wolf zum Abschuss freigegeben. Kurz darauf ließ Rainer verlauten: Es ist so weit, es kommt ein Gesetzesentwurf für die Überwachung von Schlachthöfen.

    Nun sollen also bestimmte Schlachthöfe, mit bestimmten Betriebsgrößen mit Kameras versorgt werden. Für mehr Transparenz. Als Qualitätsmerkmal.

    Die Ampel-Regierung ist daran gescheitert. Wir machen das jetzt.

    – Alois Rainer im Interview mit der Zeit.

    Dabei vergisst der CSU-Alois, dass vor allem seine Partei Tierschutz schon oft genug untergraben hat. Denn vor der Ampel-Regierung waren es stets CSU/CDU-Personen, die als Landwirtschaftsminister die Geschäfte der Lobby leiten sollten.

    Stöhn… aber jetzt mal ohne Zynismus.

    Warum Videoüberwachung?

    Jeder Schlachthof ist ein sehr sensibler Ort, an dem Tierleben ihr Ende finden, damit später aus ihnen ein Stück Fleisch werden kann.

    Tiere kommen an. Sie warten. Sie werden betäubt – zumindest ist das die gesetzliche Pflicht. Und dann sterben sie. Durch Ausbluten.

    So rational stellen sich vermutlich viele einen Schlachthof vor.

    Aber so ist es leider nicht: Zwischen dem, was das Gesetz vorschreibt, und dem, was tatsächlich passiert, klafft oft eine Lücke. Eine Lücke, die wir nur kennen, weil Recherche-Aktivisti immer wieder mit versteckten Kameras in diese Betriebe gegangen sind.

    In den Episoden eins bis drei habe ich euch Anna und Hendrik vorgestellt, die gezeigt haben, wie sehr Schweine bei der CO₂-Betäubung leiden. Und die ist für 80 % der Schweine das Standardverfahren!

    Aber auch aus einem der größten Geflügelschlachthöfe in Bayern wurden erst 2025 grausame Aufnahmen veröffentlicht, die Tierquälerei am laufenden Band zeigen – gepaart mit grausamen Übergriffen der Mitarbeitenden.

    Das, was Geflügel-Schlachthöfe von Schlachthöfen für Säugetiere vor allem unterscheidet, ist die große Anzahl der Tiere, die dort getötet werden, aber auch, dass sie viel wehrloser sind. Und diese Kombination führt letztlich zu einer unfassbaren Verrohung der Mitarbeitenden. […] Die Gewalt, die wir dort erlebt haben und die wir für so einzigartig hielten, findet aber in anderen Schlachthöfen genauso statt.

    – Recherche-Aktivist im Interview

    Es ist immer wieder dasselbe Bild: unzureichende Betäubung, Schläge, Panik, Leid. Und immer wieder die gleiche Reaktion: Empörung, eine Staatsanwaltschaft, die vermutlich nur halbherzig ermittelt, und dann – Stille.

    Kaum gibt es Verurteilungen – wenn, dann gibt es für einzelne Niedriglohn-Arbeiter:innen eine Geldstrafe.

    Es wird ernst

    Auch deshalb gab es immer wieder Forderungen von Tierschützenden, dass eine flächendeckende Kameraüberwachung für Schlachthöfe geplant werden soll.

    Die Idee dahinter: dauerhaft installierte und kontrollierte Kameras sollen Übergriffe und Tierleid minimieren.

    In Großbritannien ist eine Videoüberwachung zu Teilen seit 2019 Pflicht und auch in Spanien oder den Niederlanden gibt es das Konzept.

    In der Großen Koalition unter Agrarminister Peter Hauk (CDU) gab es einen Vorstoß. 2020 war das Thema so weit gediehen, dass es fast ein Gesetz gegeben hätte.

    Doch plötzlich kamen datenschutzrechtliche Bedenken dazwischen: Die Verhältnismäßigkeit müsse gewahrt bleiben – und eigentlich sollten Tierschutzverstößen ja besser vor Ort begegnen werden.

    Dann die Ampel-Regierung: Im Tierschutzgesetz-Novellierungsverfahren 2024 war Videoüberwachung vorgesehen – für größere Schlachthöfe.

    Und jetzt, sieht es wieder nach einem Gesetzentwurf aus – aber auch nach einer Umstrukturierung des Landwirtschaftsministeriums, das Tierschutz einen hinteren Rang einräumen will.

    Aber naja – wir warten dann mal.

    Ich will fair sein: Es gibt echte rechtliche Fragen rund um Videoüberwachung am Arbeitsplatz. Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags haben das mehrfach analysiert. Eine flächendeckende, verdachtsunabhängige Totalüberwachung von Mitarbeitenden – das ist datenschutzrechtlich tatsächlich nicht trivial. Die DSGVO kennt das berechtigte Interesse der Beschäftigten an ihrer Privatsphäre. Auch wer im Schlachthof arbeitet, hat Grundrechte.

    Aber – und das ist entscheidend – weder Großbritannien noch Spanien haben die DSGVO deswegen umgangen. Sie haben Lösungen gefunden: Es gibt Zugriffsregeln und eine klare Zweckbindung. Außerdem Speicherfristen.

    Der Gesetzentwurf

    Was unser Alois hier als großen Wurf verkauft, ist nicht wirklich neu.

    Schon in den Vorarbeiten zur Novellierung des Tierschutzgesetzes 2024 gab es einen Gesetzentwurf für Videoüberwachung, der genauso klingt, wie das Zeug, das jetzt zur Debatte steht:

    Das ganze Skript?

    für supporter

    Dieser Podcast verlangt eine Menge ab von allen Beteiligten. Dafür bietet er euch Content, den es sonst nirgendwo gibt. Deshalb gibt es das komplette Transkript nur für Supporter.

    Das war der erste „Deep Dive“ von dreckige Pfoten.

    „dreckige Pfoten“ bringt Licht ins Dunkle und macht Seilschaften, Lobbyismus, Tierqual und die Arbeit von dutzenden Recherche-Aktivisti sichtbar.

    Und eine Bitte: Wenn ihr von dieser Story nur 10 % interessant fandet, sagt es weiter, schreibt einen Kommentar und bewertet den Podcast! Das hilft eine Menge!

    Außerdem gibt es einen Patreon-Account. Schaut einfach vorbei und sagt „hi!“

    Intro-Musik von: Manuel Rathje

    Für diesen Podcast wurden Stimmen teilweise mithilfe von KI erstellt.

    dreckige pfoten

    Quellen

    Rainers Ankündigung (Dez. 2025) + heutiger Gesetzentwurf (März 2026)

    Tierschutznovelle 2024: Kabinett & Bundesrat

    Tierschutznetzwerk Kräfte bündeln – Stellungnahme (Jan. 2026)

    aktion tier – Hintergrundartikel (Okt. 2025)

    Wissenschaftliche Dienste des Bundestags

    dreckige pfoten

    Die Musik und die KI-Stimmen habe ich von Artlist. Meldet euch unter diesem Link an, um diese Musik, AI-Bilderstellung oder AI-Voice-overs und vieles andere für euren Content zu nutzen.

        mit markierte Links sind Affiliate-Links. I know, wir sind keine Fans. Aber: es kostet euch nichts.

    eindringliche
    Geschichten

    Nicht »noch ein Laber-Podcast« – sondern eindringliche Geschichten, mit Haltung und Herz über die grausamste Industrie unserer Zeit.

  • 05. Lobby Schweinerei 2/2

    05. Lobby Schweinerei 2/2

    Lobby Schweinerei 02

    Gerbisbach: Chronik eines Skandals

    Aus DDR-Kombinaten wurden Mega-Ställe, aus SED-Funktionären wurden Agrar-Lobbyisten – und aus 329 Einwendungen wurde: nichts. Die Geschichte eines fast 20-jährigen Kampfes gegen ein System, das Gerichtsurteile ignoriert und damit Behörden zu Komplizen macht.

    Es gibt eine ausführliche Quellenliste mit einer Timeline der Ereignisse und Hintergründen zur Person.

    Unterstützten

    Wenn ihr das Verfahren gegen die Anlage, die niemals existieren dürfte, und Gabriele Wolf unterstützen möchtet, dann spendet gerne an:

    BUND Sachsen-Anhalt e.V.Bank für SozialwirtschaftIBAN: DE 23 3702 0500 0001 7592 01Verwendungszweck: Schweinemastanlage Gerbisbach

    Das könnt ihr natürlich auch online erledigen über die Webseite des BUND.

    dreckige pfoten

    1. Rückblende – DDR & Wende

    Um das alles besser verstehen zu können, muss ich eine kleine Zeitreise machen; so ein paar Hintergründe herausfinden, wieso alles so kam, und mir einen Überblick verschaffen.

    1.1 Exkurs: LPG & Schweinekombinate

    Obwohl in Deutschland die meisten Schweine noch immer in den sogenannten „alten Bundesländern“ gehalten werden, ist Ostdeutschland sehr nah dran: Sachsen-Anhalt ist mit etwas Abstand die Hochburg der Tierindustrie im Osten.

    Vermutlich fallen den meisten Menschen in den schwach besiedelten Gebieten die riesigen Schweinestallungen oft gar nicht so doll auf.

    Außerdem hat es historische Hintergründe: Was hier lange Zeit ein Exportmotor war für die ehemalige Deutsche Demokratische Republik (DDR), kam im Laufe der Wende und der vielen Veränderungen, wieder zu neuem Glanz.

    Riesige Tierfabriken von damals wurden zu riesigen Tierfabriken von heute. Manchmal sogar unter der gleichen Feder geführt, wie im Pseudo-Sozialismus der DDR. Wo die großen Agrarbetriebe keinen Fuß fassen konnten, wurden nicht etwa Kleinbauern bevorzugt, sondern ausländische Investoren.

    Nach der NS-Zeit wurde auf dem Gebiet der DDR der Boden neu aufgeteilt: Die Sowjets haben schon früh nach dem Krieg dem Landadel seinen Besitz abgenommen. Vor allem östlich der Elbe gab es große, landwirtschaftliche Flächen, die nur ein paar adligen Familien gehörten. Dieses „Junkerland“ – Junker nannte man die Großgrundbesitzer – sollte den Bäuerinnen und Bauern gehören.

    Vielleicht habt ihr den DDR-Spruch „Junkerland in Bauernhand“ schon Mal gehört.

    Also wurden landwirtschaftlich nutzbare Gebiete erstmal an Bauern und Bäuerinnen, Umsiedler:innen und Kleinbauern verteilt. Diese „Neubauern“ hatten die harte Aufgabe, ihr Land urbar zu machen, und versorgten sich damit teilweise selbst.

    Als dann in der DDR die Produktion der Landwirtschaft vereinheitlicht wurde – also kollektiviert – gab es eine Menge Unmut: Viele Landwirt:innen wurden nicht nur zur Kollektivierung gezwungen, sie hatten auch Angst, dass sie ihre Lebensgrundlage verlieren würden. Menschen, die als Selbstversorger und Kleinbauern lebten, wurden mit einem Schlag Teil eines großen Netzes an sogenannten Agrargenossen.

    Dazu kam, dass sie ihre Anteile an diesen neuen Genossenschaften kaufen mussten. Wer nur wenige oder keine Maschinen, kein Saatgut, keine Immobilien oder Ländereien hatte – also viele der Bäuerinnen und Bauern – stand in der Kreide bei seinem neuen Arbeitgeber.

    Die ersten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, kurz LPG, wurden in den 1950ern gegründet, um das selbst gesetzte Ziel zu erreichen, die Landwirtschaft im kleinen sozialistischen Land zu zentralisieren und zu modernisieren. Bis 1990 gab es insgesamt knapp 4.500 solcher LPG mit verschiedenen Ausrichtungen.

    Das sowjetische Vorbild der Kolchos oder Kolchosen galt also jetzt auch in der DDR. 1961 waren dann letztlich alle Betriebe zwangskollektiviert und knapp 20 % der DDR-Bürger mussten sich erneut umorientieren[i].

    Aus dem an sich guten Gedanken von gemeinschaftlicher, kollektiver Zusammenarbeit, wurde ein Moloch für die diktierte Produktion von Gütern – und Tieren.

    Kleinere Bauernhöfe wurden zusammengelegt und über die Jahre wurden einige Betriebe beinahe zwanghaft auf die Zucht oder Mast von Schweinen spezialisiert.

    Gleichzeitig wurden größere Produktionsanlagen neu aus dem Boden gestampft: Die volkseigenen „Schweinekombinate“ wurden mit moderner Technik ausgestattet und teilautomatisiert.

    In einem der ersten und größten Betriebe dieser Art, dem VEB – also „volkseigenen Betrieb“ – Schweinezucht- und Mastkombinat Eberswalde.
    Wo 1960 rund sechs Millionen Schweine in der DDR für ihr Fleisch gezüchtet wurden, waren es 1980 schon knapp zehn Millionen.[iii]

    Die extrem schnelle Industrialisierung traf auf Umweltprobleme[iv]: Jährlich wurden rund eine Million Liter Gülle „produziert“. Und weder im Osten noch im Westen wusste man damals, wohin mit dieser ganzen Scheiße. – Naja, selbst heute weiß man es so richtig.

    Die industrielle Schweineproduktion gilt laut Forschern als ein wichtiges Projekt in der Deutschen Demokratischen Republik:

    [Die DDR] nahmen hohe Kredite auf, um ihre Wirtschaft und Infrastruktur aufzubauen, in der Überzeugung, dass dies Ostdeutschland zu einem weltweit bekannten Exportmotor machen würde. Und die Landwirtschaft, insbesondere die Schweinefleischproduktion, war ein wichtiger Teil dieses Plans.

    – „Communist Pigs“[v], Thomas Fleischman.

    Neben der Schweinezucht wurden auch andere Tiere zur Versorgung mit Eiern, Milch und Fleisch gehalten. Immerhin waren die Bürger:innen der DDR beim Fleischverzehr mindestens unter den weltweiten Top Ten.

    Dafür mussten riesige Produktionsstätten her. Und einige davon stellen alles bisher Gesehene in Sachen Tierhaltung in den Schatten.
    So stieg allein von 1950 bis 1960 die Anzahl der Legehennen in der DDR von 8,7 auf 28,1 Millionen Tiere an

    Wo die vielen Tiere auf dem doch recht kleinen Land unterkamen? In Käfigbatterien[vii]! Eine recht moderne „Erfindung“, aber auf jeden Fall schrecklich für die Millionen Tiere – ob Ost oder West.

    Nicht nur, als Äcker, Felder und Stallungen als »Volkseigentum« in die Produktionsabläufe der DDR eingegliedert wurden – sondern auch als diese riesigen Produktionsanlagen für Tiere gebaut wurden, gab es reihenweise Proteste[viii].

    2.2 Korruption & Ausverkauf nach 1990

    Als die Grenzen der DDR wieder geöffnet wurden, war der Fall der sozialistischen Republik eigentlich schon so gut wie festgeschrieben.

    Für die Landwirtschaft bedeutete das schon wieder eine Veränderung: Ländereien der LPG sollten zunächst an die Bundesrepublik übergehen, um dann wieder an Bäuerinnen und Bauern verpachtet zu werden.

    Wenn es auch früh schon Bestrebungen gab, Familienunternehmen für solche Pachtverträge zu bevorzugen – also das, was wir uns immer so schön vorstellen, wenn wir das Wort „Bauer“ hören – gab es letztlich eine Menge ehemaliger LPG-Betriebe, die unter neuer Firmierung weiterarbeiteten. Die Großbäuerinnen und -bauern haben also gewonnen, wenn man so will.

    1995 berichtete die Zeitschrift „SPIEGEL“ im Heft mit dem Titel „Bauernland in Bonzenhand“[ix] über den kruden Ausverkauf der ehemaligen DDR-Landwirtschafts-Genossenschaften:

    Die damals lukrativen Produktionsgenossenschaften waren plötzlich auf dem Papier arm. Übrige Produkte und Tiere wurden stillschweigend ins Ausland verkauft und die Millionen-Erlöse wanderten vermutlich in die Taschen von ehemaligen Vorständen oder Produktionsleitern[x].

    Teils wurden damit die neuen Betriebe wieder aufgebaut – aber fast nie wurden die ehemaligen Anteilseigner ausgezahlt[xi]. Die Arbeiter:innen und Bäuer:innen der LPG-Betriebe wurden also wieder über den Tisch gezogen.

    Selbst jahrelange Klagen von einzelnen Landwirt:innen gingen zwar positiv aus – aber gezahlt wurde bisher kein Cent – oder Pfennig[xii].

    Ein ehemaliges Mitglied einer LPG schrieb an den „Wende-Kanzler“, Helmut Kohl:

    Ich erlebe jetzt, wie in dem neuen Staat altes Unrecht weiter ausgeführt werden darf.

    – LPG-Mitglied Inge Horn aus Berthelsdorf in einem Brief an Helmut Kohl[xiii].

    Aus ehemaligen LPG-Vorständen wurden wieder Großgrundbesitzer:innen oder zumindest Verwalter:innen dieses Besitzes. Und sie nutzten das gemeinsam mit den ehemaligen Arbeiter:innen und Landwirt:innen in der DDR erwirtschaftete Erbe, um die eigenen Betriebe zu neuer Größe zu züchten und dann selbst zu profitieren.

    Wie der SPIEGEL berichtet:

    Niemand schützte die unbedarften Traktoristen oder Melker vor ihren gewieften Ex-Chefs. Im Gegenteil: Beamte und Politiker bis hinauf in die Landtage – oft Bekannte aus guten sozialistischen Zeiten – decken bis heute die Machenschaften der roten Barone.

    – SPIEGEL vom 18.06.1995: „Im Zweifel gibt’s Druck” [xiv]

    Mitverantwortlich für diesen, von der FAZ damals „Bauernkrieg“ bezeichneten Raubbau, waren auch Funktionäre der ehemaligen regierungstreuen „Demokratischen Bauernpartei“, kurz DBD (1990 in die CDU übergegangen[xv]). Mitglieder waren unter anderem die langjährige Landwirtschaftsministerin von Sachsen-Anhalt, Petra Wernicke.
    Frau Wernicke werden wir später in Gerbisbach auch nochmal hören.
    Um die landwirtschaftlichen Flächen der DDR nach dem Fall der Mauer in die sogenannte „soziale Marktwirtschaft“, die im Rest von Deutschland herrschte zu integrieren, war einiges Geschick gefragt. Wie es auf der Wikipedia-Seite der Treuhand so schön heißt:

    die Volkseigenen Betriebe der DDR nach den Grundsätzen des Kapitalismus zu privatisieren und die ‚Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern‘ […] oder, wenn das nicht möglich war, stillzulegen.

    – Kurzbeschreibung über die „Treuhandanstalt“ bei Wikipedia[xvi]

    An anderer Stelle geht der Protest weiter – seit fast 20 Jahren:

    Und das ist für mich eigentlich so ein Resümee: Egal, wie es ausgeht, wir haben gekämpft, wir haben allen gezeigt, dass es so nicht geht, dass man so nicht umgehen kann mit der Meinung von Menschen.

    – Gabriele Wolf im Interview

    2. Gerbisbach – die Chronik eines Skandals

    In der letzten Folge haben wir uns eingehend mit Helmut R. und seinen eigensinnigen Geschäftsmethoden beschäftigt.

    Für seine Anlagen dehnt er auch gerne mal ein wenig die guten Sitten und Bräuche. Eine Gemeindevertreterin hat ihn sogar der Bestechung angezeigt.

    Aber Gott sei Dank wurde sogar gerichtlich bestätigt, dass er gar keine ehrenamtliche Bürgermeisterin bestechen kann.

    Aber das sind – so könnte ich das immer wieder fortsetzen, diese Machenschaften und diese Ungereimtheiten. Und immer wieder kam er an, wenn wir Kritik geübt haben: ‚Ach, das kriegen wir schon hin!
    Das richten wir dann schon…’ und so weiter und so fort, also immer mit Ausflüchten.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Gabriele Wolf hat einen großen Teil ihres Lebens dem Kampf gegen die Schweineaufzucht in ihrer direkten Nachbarschaft gewidmet. Von ihrem Haus aus kann sie den Gestank jeden Tag im Wohnzimmer riechen.

    Und er wusste genau, wie man vorgehen muss. Wir waren die Betroffenen, Unerfahrenen und standen diesen Profi da gegenüber. Dann seine Seilschaften, die er zum Landesverwaltungsamt immer noch hatte – wie es jetzt ist, weiß ich nicht. Sein falsches Auftreten, also ins Gesicht die Freundlichkeit und hintenrum dann diese Machenschaften, Lügen. Ich bin auch überzeugt, dass der Investor Harry von Gennip und später sein Schwiegersohn auch von Herrn R. nicht transparent in die ganze Materie eingewiesen worden sind. […] ‚es könnte Schwierigkeiten geben. Wir müssen die Anwohner, wir müssen die Stadt mitnehmen. Wir müssen was tun.‘

    – Gabriele Wolf im Interview

    2.1 Erste Pläne

    Dieser jahrelange Widerstand wäre nicht möglich ohne die unzähligen Aktivisti vor Ort. Sie sammeln Berichte, machen eigene Recherchen, stehen im Kontakt mit Behörden und informieren die Öffentlichkeit. Und nebenbei müssen sie noch Spenden für die teuren Gerichtsprozesse sammeln.

    Mit Informationsveranstaltungen in angrenzenden Ortschaften, Unterschriftenaktionen oder Demonstrationen vor den Baustellen möchten sie vor allem die unbedarfte Öffentlichkeit auf die Gefahren von solchen Megaställen hinweisen.

    Und diese negativen Folgen reichen von Umweltschäden durch Gülle, Feinstaub oder übermäßigen LKW-Verkehr, bis zu Fehlern in Bauanträgen und Bedenken wegen des beinahe unmöglichen Tierschutzes in solchen Anlagen.

    Was hierbei besonders wichtig ist: Oftmals werden solche Hinweise und Bedenken erst nach der Intervention von Bürger-Initiativen auch bei Politik und Behörden aufgegriffen. Der Wille der Anwohnenden, die jeden Tag mit diesem Grauen hinter Stalltüren leben müssen, scheint selten zum Einlenken zu führen.

    Mein Mann sagt immer: Die haben Angst vor dir.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Das sagt die Aktivistin Gabriele Wolf aus Gerbisbach. Sie kämpft gemeinsam mit ihrer Bürgerinitiative gegen die Anlage, die eigentlich längst verboten ist.

    Ihr Zuhause liegt nur knapp 1 Kilometer entfernt von der Anlage, die ihnen heute noch immer Probleme bereitet.

    Ich habe auch gesagt, dass ich hier eigentlich nicht leben will. Mit dem Gedanken, dass da die Schweine – wenn ich vorbeifahre, oftmals oder im Winter vorbeilaufe – und es quiekt da drin und ich weiß, wie die dahinvegetieren. Und das schlimme ist, dass der Tierschutz hier gar keine Rolle spielt.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Früher hieß der Ort »Zwiesigko«, wurde aber von den Nazis 1939 eingedeutscht zu »Gerbisbach« – und naja, blieb dann so. Und der Ort hat heute genauso viel zu bieten, wie die meisten Winz-Dörfer in Deutschland: eine asphaltierte Durchgangsstraße – die passend einfach »Dorfstraße« heißt – viel Geschichte und 191 Seelchen, die mit Landwirtschaft heute nicht mehr viel am Hut haben.

    Die Familie von Gabriele Wolf ist Mitte der 1990er hierhergezogen. Die gebürtig aus der Kleinstadt Jessen stammenden Wolfs kamen hierher, um ihre Hundeschule mit dem Familienleben besser in Einklang zu bringen. In der Stadt wäre der Geräuschpegel der dutzenden Schäferhunde vermutlich nicht lange mit der Nachbarschaft vereinbar gewesen.

    Kurz vor Weihnachten 2004 kam dann eine Art Hiobsbotschaft:

    Wissen Sie, wie wir das erfahren haben, dass die Schweinemast kommt? Es ist eigentlich ein bisschen lustig. Mein Mann war beim Friseur und der Friseur ist Stadtratsvorsitzender. […] Er wurde frisiert und […] Mensch, […] weißt du, was auf euch zukommt? Da wird eine Massentierhaltung gebaut. Da kommen zigtausende Schweine
    in und ein Haufen Gülle – so haben wir es erfahren. […] Es war ihm wahrscheinlich rausgerutscht und er hat die Tragweite sicherlich nicht voraus gesehen.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Die seit 1990 leerstehende »Jungrinder-Aufzucht-Anlage« am Rand des Ortes wurde von Helmut R.s Geschäftspartner Harrie van Gennip gekauft.

    Auf dem Gelände der ehemaligen Produktionsgenossenschaft mit dem schillernden Namen »Fortschritt Gerbisbach« soll eine Aufzucht für knapp 3.000 Ferkel entstehen.

    Prinzipiell war die kleine Gemeinde zuversichtlich, dass das brachliegende Gelände auch wieder genutzt werden kann.

    Und ich weiß auch, dass einige aus dem Bereich Interesse hatten dort auch Tierhaltung zu betreiben – im anderen Maßstab, aber hiesige; regionale.

    – Gabriele Wolf im Interview

    2004 geht dann eine sogenannte Bauvoranfrage für eine Erweiterung und ein paar Umbauarbeiten beim Bauamt der Stadt Jessen ein.

    Das gibt den Behörden die Möglichkeit, das Vorhaben grob einzuschätzen und auch wichtige Punkte zu prüfen: Ist das Grundstück im Außenbereich überhaupt für eine Schweinemastanlage geeignet? Können Abstände zu Naturschutzgebieten oder Wohnhäusern eingehalten werden?

    In dieser Bauvoranfrage wurde von einer Ferkelaufzucht mit 3.000 Tieren geredet, die in den umgebauten, alten Ställen entstehen.

    Und wir haben dann erfahren, dass all diese Interessenten abgewiesen wurden; keine Chance hatten, weil eben schon ein anderer Interessent da war. Wie gesagt, […] hat hier vorgesprochen und hat sofort das okay von unserem Stadtoberhaupt bekommen. Und wenn so eine Bauvoranfrage gestellt wird, die mit ‚Ja‘ beantwortet wird, dann rollt der Zug.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Zunächst war Gabriele Wolf etwas geschockt, dass es so undurchsichtig in der Demokratie zugeht – aber sie hat nicht lockergelassen. Mit Gleichgesinnten aus der Umgebung gründete sie eine Bürgerinitiative, kurz BI.

    Sie machten sich schlau: Sie sprachen mit Fachleuten, machten eigene Recherchen und fragten nach.

    Mein Mann und ich und Leute aus der BI, wir haben sämtliche Möglichkeiten, die es gab, genutzt, um uns zu informieren und um Wissen zu haben, was geht da ab, wie läuft das?

    – Gabriele Wolf im Interview

    Wir waren ja Laien – oder sind wir immer noch – und wollten nicht mit Gewalt gegen etwas vorgehen, wovon wir keine Ahnung haben und haben uns unser Wissen angeeignet: Mit Literatur, mit allen möglichen und Unterstützern aus der Branche. Auch viele Landwirte hier aus der Region, die uns unterstützt haben.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Bis nach Halle zur Fachtagung des Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa sind sie gereist und haben vor allem zugehört:

    Viele Bauern, sag ich mal, Landwirte, Fachleute. Aber es war damals auch eine Vertreterin vom BUND da, die Reinhold Benning. […] Wir haben dann so zum Beispiel in den Pausen Tischgespräche mit angehört. […] Und da wurden solche Dinge gesagt: ‚Na ja, das bringt immer Konflikte, das macht Schwierigkeiten; es stinkt, das kann man nicht verhindern.‘ Und wir haben das aufgesogen und haben unsere Gedanken dazu gemacht, haben es ausgewertet und hatten dann zu diesem Zeitpunkt Kontakt mit der Reinhold Benning, haben ihr unser Problem vorgetragen und sie hat uns sofort empfohlen, Kontakt zum Rechtsanwalt aufzunehmen.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Obwohl noch wenig Genaues über die kommende Ferkelaufzucht- und Schweinemast klar war, empfahl auch Bärbel Höhn, die damalige Umweltministerin in Nordrhein-Westfalen (1995-2005) ganz klar:

    Sie [Bärbel Höhn] hat gesagt kämpft, kämpft, kämpft vor Antragsstellung. Also genau das Gegenteil. Die anderen sagten: ‚ist ja noch gar kein Antrag gestellt…‘

    – Gabriele Wolf im Interview

    In Einwohnerfragerunden im Kreistag von Wittenberg oder bei der Aufklärung vor Ort: Wolf und ihre BI geben nicht so leicht auf.

    In der Einwohnerfragestunde habe ich meine Fragen losgelassen. […] Es  gab Anfragen: ‚Wie viel Nitrat / Nitrite hier, wie ist der Stand der Dinge?‘ Dann hat das Amt für Abfallwirtschaft das berichtet und man sah, dass es Ecken gab, wo die Grenzwerte überschritten waren. – Und keiner hat danach gefragt! Das hat die nicht interessiert. Und wenn ich danach gefragt habe: ‚woran liegt’s denn?‘ ‚Na, an der Landwirtschaft.‘ Damals schon – und jetzt ist es noch prekärer. […] Aber eben immer nur auf Druck, auf Nachfragen.

    – Gabriele Wolf im Interview

    wir haben die Jessener Bürger aufgeklärt, wir haben Einwohnerversammlung organisiert, haben das Projekt vorgestellt. Angefangen haben wir mit: ‚Was ist positiv, was ist negativ?‘ Das haben wir dem Bürgermeister- Soll ich es Ihnen mal zeigen?

    – Gabriele Wolf im Interview

    Es ist ein einfaches Schaubild und naja – es gibt nicht viel Positives, sagen wir so.

    So haben wir mal angefangen: Was ist positiv, was ist negativ? Das haben wir unserem Bürgermeister gezeigt. Da war aber die Bauvoranfrage schon gestellt, haben ihm das vorgestellt. Er hat uns abgewiesen.

    – Gabriele Wolf im Interview

    ‘Arbeitsplätze‘, kamen sie damals immer. Totschlagargument. Davon hat dann nachher gar keiner mehr geredet.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Aber so sind wir rangegangen. Wir haben Flugblätter verfasst, wir haben die Leute aufgerufen. […] Wir waren in Magdeburg in der Kirche. Die Kirche hat sich ja dann auch da positioniert.

    Die BI ist also keineswegs untätig und sammelt weiter Informationen, macht Veranstaltungen vor Ort und lädt prominente Gesichter ein, um eine noch größere Öffentlichkeit gegen die Tierfabrik zu mobilisieren.

    Unter den vielen Mitkämpfern war auch der Schauspieler Thomas Rühmann: Er bekam Wind von der ganzen Sache und war gleich angetan.

    Rühmann ist für die meisten sicherlich eher bekannt aus der ARD-Krankenhaus-Serie „In aller Freundschaft“, die schon seit 1998 wöchentlich ausgestrahlt wird.

    Es ist in der Nähe von meinem Wohnort, also ich glaube eine halbe Stunde. Aber der Kontakt ist zustande gekommen, weil hier in Zollbrücke, Theater am Rande, das ich seit 27 Jahren betreibe, haben wir gespielt von Annie Proulx, ‚Mitten in Amerika‘.

    – Thomas Rühmann im Interview

    Aber im Stück „Mitten in Amerika“ geht es um etwas weniger schnulzig-romantisches – es geht um die amerikanische Version des Schweinegürtels:

    Das ist ein Stoff also, der sich im weitesten Sinne mit Schweinemast befasst. Junger Mann zieht durch die Panhandels von Oklahoma und ist von einem globalen Schweinemastkonzern beauftragt, Grundstücke zu finden, damit die dort ihre riesigen Anlagen bauen können.

    – Thomas Rühmann im Interview

    die Bürgerinitiative von Gerbisbach, die kam auf uns zu und haben gesagt könnt er nicht bei uns spielen? Wir brauchen praktische Unterstützung. […] Wir haben gespielt und die Bude war voll und man spürte richtig, wie das Problem den Leuten so unter die Haut ging. Also, man hatte auch das Gefühl, die Einwohner begreifen zum ersten Mal, was da wirklich los ist, was da auf sie zukommt.

    – Thomas Rühmann im Interview

    Es gibt so eine kleine Szene, wo eine der Hauptfiguren des Stücks einfach argumentiert und praktisch für die Schweine als gesellige Lebewesen, die praktisch in diesen Tierfabriken so furchtbar behandelt werden. […] [Da] gibt es immer Szenenapplaus.

    – Thomas Rühmann im Interview

    2.2 Verfahren & Aufklärung

    Ende 2006 wurde ein sogenanntes „Scoping-Verfahren“ eröffnet: Da konnten die öffentlichen Institutionen und auch der Naturschutzbund, NABU erste Einblicke in das Projekt erhalten und ihre Bedenken äußern.

    […] das Projekt, was da vorgestellt wurde bei diesem ersten Termin, das bezog sich nur auf 5.000 Tierplätze. Ganz geringfügig vorgestellt – nur lukrativ gemacht. Und da gab es Stellungnahmen zum Beispiel vom NABU. Die haben gesagt: […] ‚mit der Platzzahl ja, aber wenn sich das [ändert] […] dann kann man da nicht einverstanden sein. Die Stadt Jessen war vertreten, haben ihre Belange vorgetragen, Erschließung nicht gesichert, dies nicht usw. […] und danach die Antragsstellung, und dann rollte das lang hin.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Der Naturschutzbund hat damals auch schon eine Reduzierung der Tierzahl gefordert und sah Sicherheitsbedenken bei der Nutzung der alten Güllebehälter aus DDR-Zeiten. Auch ein 50 Meter breiter Grüngürtel sollte um die Anlage rundherum sein.

    Doch all diese Bedenken wurden scheinbar recht schnell weggewischt.

    Nach dem ernüchternden Ergebnis des Scoping-Verfahrens, wollten die Gerbisbacher und ihre Unterstützer endlich ihre Haltung auf andere Art darstellen: Insgesamt 5.300 Unterschriften wurden gesammelt[xvii].

    Und dann haben wir die Unterschriften gesammelt: Das waren 2.000- quatsch: 5.300 Unterschriften. Die haben wir dem damaligen Landrat übergeben. […] und er sollte es weiterleiten an die Landwirtschaftsministerin. Und das war damals Frau Wernicke. […] Und die Antwort von ihr war: Sie ist sehr erstaunt und es ist schon beachtlich, wie viel Öffentlichkeitswirksamkeit die Anlage hier hat. Aber rechtlich hat das keine Bedeutung.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Jetzt leider noch etwas mehr Beamtensprech:

    Nach dem Scoping-Verfahren hat van Gennip mit seinem Geschäftspartner R. dann den Bauantrag gestellt: Alle Informationen müssen dafür zusammengestellt werden, Baupläne eingereicht und Gutachten in Auftrag gegeben werden.

    Und all diese Schritte – Bauvoranfrage, Scoping-Verfahren, Bauantrag – sollen verhindern, dass trotz schwerwiegender Bedenken etwas einfach durchgewunken wird.

    Dafür wurde sogar extra das Bundes-Immissionsschutzgesetz 1974 verabschiedet. Dieses Monster-von-einem-Namen-Gesetz wurde eigentlich wegen der immer stärker werdenden Luftverschmutzung durch den Autoverkehr ins Leben gerufen. Heute hilft es dabei, die umweltschädlichen Auswüchse von Neubau-Industrie-Anlagen im Zaum zu halten.

    Für Tierhaltung ab einer gewissen Anzahl von Tieren gilt dieses BImSchG genauso, wie für ein neues Kernkraftwerk oder eine Lagerhalle – klar ist ja alles… ähnlich, hm?

    Da unsere Anlage in Gerbisbach auch die kritische Anzahl von 1.500 Ferkel übersteigt, mussten van Gennip und R. die nötigen Beweise erbringen, dass ihre Anlage luft-, lärm-, und umweltschutzzkonform sein wird.

    Vom Bauherrn bezahlte Gutachter zeigen dann, wie gut sich die Anlage in die Umwelt einfügt und, dass mit keiner Lärm-, Geruchs- oder Umweltbelastung zu rechnen ist.

    Diese ganzen Gutachten und Unterlagen werden dann öffentlich ausgelegt und können von jeder Bürgerin, jedem Bürger – deutschlandweit – eingesehen werden.

    Und was hier wichtig ist: Jede oder jeder kann seine oder ihre Bedenken als eine sogenannte „Einwendung“ einreichen.

    Es gab 329 Einwendungen.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Und dann kam es ja zum Erörterungstermin im Frühjahr 2007. Da waren zwei Tage anberaumt. Es waren dann sechs. […] Die vorhandenen […] Ämter, die da vertreten sind, nehmen dazu Stellung. Viele Fragen konnten aber gar nicht geklärt werden.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Wenn wir dann nachgefragt haben oder gebohrt haben, dann hieß es: ‘ja, es ist ja nur ein Erörterungstermin, wir nehmen die Argumente auf und dann werden wir das im Amt diskutieren’. Und so weiter.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Man sieht ja schon, man hat nur das Nötigste gemacht, nicht das Notwendige.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Es gab zur Erörterung kein Brandschutz-Konzept. Das war dann der Punkt. Er wollte das so ‚bringe ich morgen mit‘ – so nach dem Motto. Das hat dann unser Rechtsanwalt empfohlen, wir brechen ab und das sollte dann schriftlich erörtert werden.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Auch Rühmann war vor Ort:

    Der Rechtsanwalt des BUND, der war so sachkundig, der konnte so viele Details beschreiben: Was passiert mit der Umwelt, was passiert mit dem Grundwasser, was passiert mit der Straßensituation, wenn diese riesigen Gülletransporter dort durch die Landschaft fahren. Der künftige holländische Eigentümer saß immer ein bisschen bedröppelt da und schaute auch mal hilfesuchend zu seinem Anwalt, der dann auch ausholte und es natürlich abgestritten hat. […] Die Fronten waren schon sehr stark da im Saal.

    – Thomas Wolf im Interview

    Aber es gab auch schon zu der Zeit Erfolge: Denn die Erörterung hat ergeben, dass der Schweinemäster eine Luftreinhalteungsanlage einbauen muss, was bisher im Projekt nicht vorgesehen war.

    – Gabriele Wolf im Interview

    Ohne die Initiative von Menschen vor Ort würde es vermutlich also noch mehr stinken in Gerbisbach.

    3. Warum Behörden immer wieder weggeschaut haben

    Wir haben in dieser Episode eine sehr chaotische, sehr konfuse Geschichte gehört von einer Schweinefabrik, die eigentlich nicht mehr existieren sollte. Und vielleicht haben wir jetzt alle eher ein paar Fragen mehr, als vorher.

    • Warum fallen solche Fälle durchs Raster?
    • Welche Rolle spielt Verbraucherverhalten?
    • Was müsste sich juristisch ändern?

    Ich muss ehrlich sein: Keine dieser Fragen kann ich mit Gewissheit beantworten. Aber Fakt ist, dass Behörden aktiv weggeschaut haben, als es um die Wünsche der Anwohner ging. Fakt ist auch, dass bei der Genehmigung immens geschlampt wurde. Und Fakt ist immer, dass Gesetze und Verordnungen für manche eher nur Richtlinien zu sein scheinen. Sie zu überschreiten, zu umgehen oder einfach darauf zu hoffen, dass niemand die Grenzüberschreitungen bemerkt, ist einkalkuliert. Außerdem haben Politiker und Lobbyisten dabei geholfen, dass Tierfabriken in Ostdeutschland wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Fabriken, in denen Tiere immer ihrer Freiheit beraubt werden, um für uns Produkte zu werden.

    4. Reflexion & Transfer

    4.1 Schweineindustrie in Deutschland

    Insgesamt leben in Deutschland rund 20,9 Millionen Schweine[xviii]. Das sind so viele Lebewesen, wie in Mexiko-City leben – einer der größten Städte der Welt. Und wir reden hier von Tieren, die nicht nur in einem wahnsinnigen Sprint hochgezüchtet werden, sondern auch von Anfang bis Ende in einem System gefangen sind: In rund sechs Monaten werden Schweine geschlachtet und in mundgerechte Happen portioniert. Dann landen sie in den Supermarktregalen von Deutschland bis Europa. Was dazwischen passiert – besser gesagt, was von ihrer Geburt, bis zum Ende ihres Lebens passiert – ist für einige Menschen so undurchsichtig wie ein Nebelvorhang. Aber wenn sich eine 43-Milliarden-Euro schwere Industrie[xix] in Europa um die Produktion von Fleisch und Wurst aus Schweinen kümmert, können wir davon ausgehen, dass Geld im Vordergrund steht und das Leben und Leiden der Tiere nur noch ein Hintergrundrauschen ist. In ganz Deutschland gibt es rund 15.000 landwirtschaftliche Betriebe mit Schweinehaltung[xx]. Und Landwirt:innen kämpfen im ganzen Land mit Problemen[xxi] wie Tierschutz und dem sogenannten Schweinestau[xxii], wenn man der lokalen Presse und hiesigen Bauernverbänden Glauben schenkt. Aber wie es den Millionen Tieren geht, wissen nur die Wenigsten: Weder gibt es einen „Tag der offenen Tür“ in dieser Industrie noch andere Maßnahmen zur Transparenz. Nur für geladene Gäste und an ausgewählten Standorten wird ab und an ein Spektakel vorbereitet, um das Image der Tierindustrie aufzupolieren. Eine alltägliche, „gläserne Produktion“, in der es nicht nur an ausgewählten Tagen im Jahr „Ponyreiten und Kinderschminken“[xxiii] gibt, wird es wohl nie geben. Und wenn, dann wird das alles sicher mit einem „ab 18“-Filter versehen sein.

    4.2 Verantwortung

    Wenn wir wollen, dass Tiere in der Tierhaltung aufhören zu leiden, können wir nicht auf Ämter, die Politik und schon gar nicht auf Branchen-Initiativen mit schillernden Labels vertrauen.

    Jeder soll essen was er will. Aber ohne Fleisch und ohne Bratwurst ist ein Leben doch garnicht sinnvoll.

    – Söder bei der Bauerndemo[xxiv]

    Statt dem grün-veganem Özdemir, gibt’s jetzt den schwarzen Metzger. Jetzt gibt’s wieder Leberkäse statt Tofu-Tümelei.

    – Bei der Vorstellung des designierten CSU-Landwirtschaftsministers Alois Reiner[xxv] Gerade in Zeiten, in denen Politiker wie Söder am laufenden Band und in der Prime Time Bullshit erzählen, oder wir einen ehemaligen Metzger als Landwirtschaftsminister haben – der auch noch als erste Amtshandlung die Tierschutzbeauftragte kickt – sollten wir nichts mehr von den politischen Amtsträgern erwarten. Keine Politikerin, kein Politiker hat einen Vertrauensvorschuss in Sachen Tierschutz verdient. Wir müssen sie auffordern, ihnen auf die Finger schauen und manchmal auch laut werden. Wir alle haben nur einen kleinen Wirkradius: Wenn wir keinen Unfall bauen wollen, halten zumindest wir uns an Verkehrsregeln. Dass die anderen Scheiße fahren, muss nicht bedeuten, dass wir mitmachen müssen. Und genauso haben wir als Konsument:innen die Möglichkeit, uns aktiv gegen Tierprodukte zu entscheiden. Es gibt auch Möglichkeiten, sich vor Ort zu informieren, ob Tierfabriken geplant sind. Wenn ja: Einwände sammeln und einreichen. Oder im Gemeinderat aktiv werden. – Alles, was in eurer Macht steht, kann einen Unterschied machen. Auch das Umweltrecht hat in den vergangenen Jahren sehr gute Fortschritte gemacht. Dieses Recht können sie nutzen, um schon im Genehmigungsverfahren auf die immensen Konsequenzen für die Umwelt hinzuweisen und so vielleicht eine Tierfabrik zu verhindern. Wenn das gelingt, können wir sehr effizient und nachhaltig Tierleid verhindern: keine Tiere, die in solchen Massentierhaltungsanlagen mehr geboren werden. So haben wir zumindest in unserem Wirkungsradius die Verantwortung übernommen, keinen Scheiß zu bauen. Und Tiere endlich in Ruhe zu lassen. Und natürlich können wir darüber hinaus helfen, Geschichten aus der Tierindustrie zu verbreiten. Menschen zeigen, dass es sich lohnt, zu kämpfen – auch, wenn der Gegner eine Art Goliath ist. Sogar Gabriele Wolf, die seit fast zwanzig Jahren gegen eine Anlage kämpft, die noch immer Tierleid produziert und dessen Genehmigung gerichtlich als „rechtswidrig“ eingestuft wurde, findet positive Worte:

    Das muss ich mal mit den Worten einer Unterstützerin aus den alten Bundesländern beantworten, […] und sie hat gesagt Frau Wolff, ich weiß, worum es geht. Bei juristischen Auseinandersetzungen: recht haben und Recht bekommen sind zweierlei Sachen.  Aber‘, hat sie gesagt: […] ‚Sie haben viel erreicht, egal wie es ausgeht. Jeder weiß, dass so eine Anlage nicht einfach durchzuwinken ist, dass es Widerstand gibt, dass es Leute gibt, die hingucken, die versuchen, sich zu wehren.‘

    – Gabriele Wolf im Interview

    Unterstützten

    Wenn ihr das Verfahren gegen die Anlage, die niemals existieren dürfte, und Gabriele Wolf unterstützen möchtet, dann spendet gerne an:

    BUND Sachsen-Anhalt e.V.

    Bank für Sozialwirtschaft

    IBAN: DE 23 3702 0500 0001 7592 01

    Verwendungszweck: Schweinemastanlage Gerbisbach

    Das könnt ihr natürlich auch online erledigen über die Webseite des BUND.

    Noch mehr?

    werde supporter

    Dieser Podcast verlangt eine Menge ab von allen Beteiligten. Dafür bietet er euch Content, den es sonst nirgendwo gibt.

    Deshalb freue ich mich über jeden Support!

    Das war „dreckige Pfoten“ mit der ZWEITEN Folge über „Lobby-Schweinerei“.

    „dreckige Pfoten“ bringt Licht ins Dunkle der Tierindustrie und macht Seilschaften, Lobbyismus, Tierqual und die Arbeit von Recherche-Aktivisti sichtbar.

    Wenn ihr von dieser Story etwas mitnehmen könnt, sagt es gerne weiter. Schreibt gerne einen Kommentar oder bewertet den Podcast.

    Außerdem könnt ihr „dreckige Pfoten“ auf verschiedene Weisen supporten: Folgt mir bei Instagram, spendiert ein paar Euro bei Steady oder schreibt mir all eure Gedanken via Mail: info@dreckige-pfoten.de

    Es gibt jetzt übrigens auch Steady. Kein Zwang, keine Bettelei – nur für den Fall, dass ihr eh grad Kleingeld übrig habt: steady.page/de/dreckigepfoten

     

    Die Intro-Musik ist von Manuel Rathje

    Für diesen Podcast wurden Stimmen teilweise mithilfe von KI erstellt.

    dreckige pfoten

    Weitere Infos

    Es gibt eine eigene Seite mit einem Timeline-Überblick für Gerbisbach und Helmut R.

    Quellen

    [i] Laut Michael Beleites: „Stasi und kein Ende?“ in: „Sachsen seit der friedlichen Revolution. Tradition, Wandel, Perspektiven.“ Sonderausgabe der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Konstantin Hermann (Hrsg.). Sax-Verlag 2010. S. 235.

    [ii] Sehr interessanter Beitrag über die Geschichte des „SZME“ („SchweineZucht- & Mastkombinat Eberswalde“): https://wirtschaftsgeschichte-eberswalde.de/agrarwirtschaft/veb-schweinezucht-und-matkombinat-eberswalde-szme/ Archiv: https://archive.is/eXxFW

    [iii] Statistik: https://www.gil-net.de/Publikationen/20_128.pdf

    [iv] Ebenda:

    https://wirtschaftsgeschichte-eberswalde.de/agrarwirtschaft/veb-schweinezucht-und-matkombinat-eberswalde-szme/12/

    [v] Thomas Fleischmann: „Communist Pigs“
    Siehe: https://uwapress.uw.edu/book/9780295750699/communist-pigs/

    [vi] Siehe Statistik: https://buel.bmel.de/index.php/buel/article/view/51/Brade-92-2-html
    Quelle: Statistische Jahrbücher der DDR

    [vii] Hier mit einer Abbildung, wie ein solcher Stall aussah: https://hohpublica.uni-hohenheim.de/server/api/core/bitstreams/65ce9806-4f00-4309-a920-c95ce983b6a9/content

    [viii] Beispiel: https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/deutsche-einheit/protest-gegen-riesen-schweinerei-473518

    [ix] Siehe SPIEGEL-Archiv: https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-1995-24.html

    [x] Siehe SPIEGEL: „Belogen und betrogen“, 11.06.1995
    https://www.spiegel.de/politik/belogen-und-betrogen-a-99214427-0002-0001-0000-000009198023 Archiv: https://archive.is/eFiDc

    [xi] Der sogenannte „Inventarbeitrag“ wurde kaum zurückgezahlt.

    [xii] Siehe SPIEGEL: “Im Zweifel gibt’s Druck”, 18.06.1995
    www.spiegel.de/wirtschaft/im-zweifel-gibts-druck-a-b1606245-0002-0001-0000-000009199271 Archiv: https://archive.is/WbWbD

    [xiii] Siehe SPIEGEL: „Belogen und betrogen“, 11.06.1995
    https://www.spiegel.de/politik/belogen-und-betrogen-a-99214427-0002-0001-0000-000009198023 Archiv: https://archive.is/eFiDc

    [xiv] Siehe SPIEGEL: “Im Zweifel gibt’s Druck”, 18.06.1995
    www.spiegel.de/wirtschaft/im-zweifel-gibts-druck-a-b1606245-0002-0001-0000-000009199271 Archiv: https://archive.is/WbWbD

    [xv] Wikipedia: „Demokratische Bauernpartei Deutschlands“: https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratische_Bauernpartei_Deutschlands

    [xvi] Wikipedia: „Treuhandanstalt“: https://de.wikipedia.org/wiki/Treuhandanstalt

    [xvii] „Unterschriften kontra Schweinemast“, 05.02.2006 in der Mitteldeutschen Zeitung:

    https://www.mz.de/lokal/jessen/unterschriften-kontra-schweinemast-2771499

    [xviii] Siehe Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: https://www.bmel-statistik.de/landwirtschaft/tierhaltung/schweinehaltung

    [xix] Statistik des BMEL: https://www.bmel-statistik.de/landwirtschaft/tierhaltung/schweinehaltung

    [xx] Statistik des BMEL: https://www.bmel-statistik.de/landwirtschaft/tierhaltung/schweinehaltung

    [xxi] Die „Probleme“ werden hier angesprochen: „Schwänze kupieren“ ist leider verboten; die tierquälerische „Kastenstandhaltung von Sauen“ ist ebenfalls verboten ab 2029.
    siehe „Aktuelle Herausforderungen in der Schweinehaltung im Hinblick auf den Tierschutz“ vom BMEL:

    https://www.bmleh.de/DE/themen/tiere/tierschutz/herausforderungen-schweinehaltung.html

    [xxii] „Schweinestau schlägt sich in der Schlachtbilanz nieder“, 24.04.2025 in top agrar:
    https://www.topagrar.com/schwein/news/schweinestau-sind-weniger-schweine-geschlachtet-worden-a-20013668.html

    [xxiii] Sehr beliebte Events im Rahmen der „Gläsernen Produktion“ in Baden-Württemberg sind die Hoffeste mit Ponyreiten, Kinderschminken und Vorstellung des Maschinenparks.
    https://gläserne-produktion.de/?page_id=129 Archiv: https://archive.is/Aduta

    [xxiv] YouTube: https://www.youtube.com/shorts/dkgAMtW2NaM

    [xxv] YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=u4Oiipp60QU

    dreckige pfoten

    Hinweis

    Die Musik und die KI-Stimmen habe ich von Artlist. Meldet euch unter diesem Link an, um diese Musik, AI-Bilderstellung oder AI-Voice-overs und vieles andere für euren Content zu nutzen.

    In diesem Podcast werden die Ereignisse so genau und realistisch wie möglich dargestellt, aber ein Podcast ist kein rechtlich urteilendes oder offizielles Dokument.

    Bitte nehmt dreckige Pfoten deshalb vor allem als Anstoß für euren eigenen Weg: Macht eigene Recherchen oder stellt mir gerne auch einfach eure Fragen.

        mit markierte Links sind Affiliate-Links. I know, wir sind alle keine Fans. Aber: es kostet euch nichts.

    eindringliche
    Geschichten

    Nicht »noch ein Laber-Podcast« – sondern eindringliche Geschichten, mit Haltung und Herz über die grausamste Industrie unserer Zeit.